Website-Relaunch – Der ultimative Leitfaden für einen erfolgreichen Neustart

Letztes Artikel-Update: 21. Juli 2021

Ein Website-Relaunch ist komplex. Dieser Artikel liefert Hilfestellung:
Von der Vorbereitung über die Analyse, Ziele und Ablauf bis zum Konzept gibt es dazu reichlich Infos und Tipps – zusammen helfen sie für einen gelungen Relaunch.
4.9
(69)

Kennst du folgendes Szenario?

Die letzte News auf der Website ist Jahre alt. Der Vertrieb fragt sich, warum die neuesten Produkt-Handbücher nicht auf der Website zu finden sind. Das Design erinnert an Zeiten, als auch bunte Krawatten in Mode waren.

Dazu stammt die technische Umsetzung aus Zeiten als der Begriff Smartphone noch neumodisch war. Und „Datenschutzerklärung“ – was soll das schon wieder sein? Die Passwörter, um selber Inhalte an der Website zu ändern, hat der alte Webdesigner, der seit Jahren eigentlich schon nicht mehr richtig erreichbar ist.

Und und und…

Es gibt so viele Gründe und Gelegenheiten die Unternehmenswebsite mal einem richtigen Relauch zu unterziehen!

Was ist überhaupt ein Website-Relaunch?

Ganz allgemein ist ein Relaunch die Wieder- oder Neueinführung eines Produktes.

Ein Website-Relaunch schafft Synergien zwischen Website-Besucher & Unternehmenszielen

Bezogen auf eine Website bedeutet Relaunch, dass diese verändert, verbessert wird. Spezifischer kann man sagen, dass ein Website-Relaunch dann erfolgreich ist, wenn er zwei Aspekte beachtet: 

Die neue Website sollte genauer auf die Bedürfnisse der Besucher und Zielgruppen eingehen. Eine erhöhte positive Benutzererfahrung geht damit einher. Und die neue Website sollte – besser als die alte – die Unternehmensziele verfolgen und selber klare Ziele haben. Ein Relaunch sollte also niemals reiner Selbstzweck sein nach dem Motto:
„Wir brauchen mal wieder eine neue Homepage“.

Ein Relaunch ist vielmehr Mittel zum Zweck, um noch besser auf die Website-Besucher und die Unternehmensziele einzugehen und eine Synergie zu schaffen. Wie? Das steht unter anderem in dieser Relaunch-Anleitung.

Gründe für einen Website-Relaunch

Wann ist die Zeit gekommen, die Website zu erneuern?

Die Gründe für einen Website-Relaunch können ganz unterschiedlich sein. Oft kommt die Erkenntnis für eine Überarbeitung langsam aber sicher näher. Im Laufe der Zeit wird einem bewusst, dass die aktuelle Website irgendwie nicht mehr passt:

Man kann immer schwerer Inhalte online stellen. Und aktuell sind die Inhalte schon lange nicht mehr so richtig.

Die Inhalte und die Inhaltsstruktur der Website passt nicht mehr so richtig zum Unternehmen und den angebotenen Leistungen oder Produkten. Auf Smartphones und Tablets lässt sich die Website nur schwerlich bedienen. Und das Design spiegelt es exemplarisch wieder: rundum veraltet.

Wenn dann gegenüber nicht mal mehr Kunden gerne die Website genannt wird, weil sie einem unangenehm ist, dann sind das alles Zeichen, die auf einen Relaunch hinweisen.

Website-Strategie

Gewinnt die aktuelle Website noch die passenden Besucher und werden aus Besuchern Kunden?

Deswegen kommen ja die Besucher: Die Inhalte.

Aber es gibt „da draußen“ wohl schon so etwas wie einen „Content-Shock“.
Alles und jeder muss pausenlos Content produzieren. Aber genau darum geht es ja auch auf einer Unternehmenswebsite:

Die Besucher wollen wissen, ob das Unternehmen vertrauenswürdig sind, welche konkreten Dienstleistungen angeboten werden, wer genau dahinter steckt, wie die Öffnungszeiten lauten, welche Serviceleistungen konkret angeboten werden undsoweiter…

All diesen Kundenanforderungen und -bedürfnisse kann man nur mit passenden Inhalten begegnen.

Und sinnigerweise gibt es – siehe oben –  eine Unternehmensstrategie mit konkreten Zielen. Auch diese werden auf der Website nur mit entsprechenden Inhalten erreicht.

Sind also die Website-Inhalte noch aktuell und vor allem: relevant?

Spätestens, wenn sich keiner mehr erinnern kann, wann die Website das letzte Mal inhaltlich aktualisiert wurde, ist es Zeit für einen Relaunch!

Mehr erfahren: Die 3 Aspekte einer effektiven Webdesign-Strategie.

Website-Design

Welches Image vermittelt das Design? Und führt es die Besucher sinnvoll durch die Seite und zu den Inhalten?

Über Geschmack lässt sich nicht streiten – entweder man hat ihn oder nicht. Na gut, klar, Design ist zwar irgendwie auch Geschmacksfrage, aber halt auch noch viel mehr:
Design sorgt für die Benutzbarkeit eines Produktes.

Wie gut führt das Design den Besucher durch die Website, wie gut schafft es Schwerpunkte, setzt Akzente, rückt die wirklich wichtigen Inhalte in den Mittelpunkt?

Es gibt inzwischen so viele schöne Website-Templates, die irgendwie gut aussehen, aber diese alleine sorgen eben noch nicht dafür, dass die Website auch gut bedienbar ist und vor allem: ihr Ziel erreicht.

Das „richtige“ Design macht aus einer hübschen Website erst eine, die den Besucher glücklich macht, wenn er schnell und unkompliziert findet, was er sucht.

Glückliche Besucher sind die Voraussetzung für glückliche Kunden.

Das Design sollte formal-ästhetisch dem aktuellen Zeitgeist entsprechend und den Besucher sinnvoll durch die Website leiten.

Kann das Design diese Aufgaben nicht erfüllen, ist es Zeit für einen Relaunch!

Website-Technik

Kümmert sich da überhaupt irgendwer drum? Wer hat die Zugangsdaten? Und vor allem: Schaut sich mal einer die Website auf dem Smartphone an…

Hast du eure Unternehmenswebsite schon einmal mit verschiedenen Endgeräten angeschaut? Oder immer nur mit dem ewig selben Büro-PC-Bildschirm?

Smartphones, Tablets, Notebooks, verschiedene Browser, verschiedene Betriebssysteme – Ich will gleich mal vorwarnen:
Das Ergebnis ist oft erschreckend, aber auch ein Augenöffner. Denn was nützen die ausgeklügeltste Strategie, tolle Inhalte und das schönste Design, wenn der User die Website nicht richtig angezeigt bekommt, oder er sie – aufgrund technischer Mängel – nicht gut oder gar nicht bedienen kann!?

Und kann der Websitebetreiber die Inhalte überhaupt selber ändern und auch neue Unterseiten anlegen? Vielleicht möchte er dies selber ja gar nicht machen, aber erreicht die Webdesigner oder die Agentur auch nicht mehr, die die Website vor Jahren einmal erstellt hat?

Klar, „never change a running system“ – aber wenn das System veraltet ist, dann kann man da durchaus mal ran.

Die Gründe für einen Relaunch können vielfältig sein.
Und meistens kommen mehrere Aspekte zusammen, so dass sich nicht selten ein Komplett-Relaunch lohnt.

Vorbereitung eines Website-Relaunches

Der Relaunch einer Website sollte gut vorbereitet sein. Der Auftraggeber sollte vorher intern die Rahmenbedingungen besprechen und klären. Dazu sollte er benötigte Informationen für den Auftragnehmer bereitstellen.

Für eine gute, qualitativ hochwertige Website wird es Zeit und ein entsprechendes Budget benötigen.

Die folgenden Aspekte liefern einen guten Überblick, was bei der Vorbereitung zu einem Website-Relaunch beachtet und analysiert werden kann und sollte.

Der Websitebetreiber sollte vor Projektbeginn intern folgende Fragen klären:

  • Wann soll die Website online gehen?
  • Wer ist der Ansprechpartner?
  • Wie hoch ist das Budget?
  • Wer ist verantwortlich für das Erstellen der Inhalte?
  • Wo ist die aktuelle Website gehostet und wer hat die Zugänge zum Provider?
  • Wurde eine interne Analyse der bisherigen Website und/oder die Anforderungen an eine neue Website erstellt?
  • Hat man ausreichend interne Kapazitäten um am Relaunch entsprechend mitarbeiten zu können? 

Unternehmensanalyse

Wer sind wir, was wollen wir eigentlich erreichen und welchen konkreten Nutzen bieten wir unseren Kunden?
Diese Fragen stehen am Anfang. Zu schnell übergeht man sie, weil sie unter Umständen einen längeren Prozess anregen können.

Eine gründliche Unternehmensanalyse ist nicht nur für das Unternehmen selber hilfreich, sondern auch für den Webdesigner. Erst wenn dieser weiß, was der Websitebetreiber vorhat, wie er sich selber sieht, kann er entsprechend beraten und dies adäquat auf und mit Hilfe der Website kommunizieren.

Folgende Fragen können bei der Unternehmensanalyse helfen:

  • In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und wie geht es der Branche allgemein?
  • Welche Produkte / Dienstleistungen werden angeboten?
  • Gibt es Schwerpunkte / „Verkaufsschlager“?
  • Wie sehen bisherige Kommunikationsmaßnahmen aus?
  • Wie sind die Unternehmensstrategie und -ziele für die kommenden Jahre?
  • Wie gewinnt das Unternehmen bisher neue Kunden? 

Analyse der bisherigen Website

Die Analyse der aktuellen Website ist gar nicht so einfach:
Vielleicht entspricht sie nicht modernen Standards, aber die Besucher haben die benötigten Informationen gefunden.

Manche Seiten werden kaum besucht, vielleicht sind sie aber gar nicht uninteressant, sondern einfach nur schwer zu finden, da sie in der Navigation „versteckt“ oder nicht eindeutig genug benannt sind.

Fragestellungen, die bei der Website-Analyse helfen können:

  • Was findet man gut, was schlecht an der bisherigen Website?
  • Gibt es Kundenfeedback zu alten Website?
  • Gibt es Besucherstatistiken? Was sagen diese aus: welche Seiten werden häufig besucht, woher kommen die Besucher, welche Seiten werden gar nicht angesehen, wie hoch ist die Verweildauer usw.?
  • Welche Ziele möchte man mit der neuen Website erreichen? 

Wettbewerbsanalyse

Kein Unternehmen agiert alleine im Markt, sondern bewegt sich in einem breiten Umfeld an Dienstleistern. Für die Websitebesucher ist es oft nur schwer zu durchschauen, wer was genau macht, bzw. wer besser für sein Anliegen geeignet ist.

Generell gilt aber:
Um besser als die Konkurrenz zu sein, muss du sie kennen.

Aus einer Wettbewerbsanalyse lassen sich etwaige Vorbilder und Inspirationen ableiten. Das muss nicht nur bei direkten Konkurrenten sein, sondern kann auch bei branchenfremden Websites interessant sein:

Inhalte, Design, Funktionen, Gliederung – was kann als Vorbild für die eigene Website dienen?

Daher sollte die Konkurrenz genauer unter die Lupe genommen werden:

  • Wie entwickelt sich der Markt generell?
  • Wie sieht der Wettbewerb aus (Umfang, Positionierung, Standort usw.)?
  • Worin ist die Konkurrenz besser und wo schlechter?
  • Wie sehen die Websites der Konkurrenten aus?
  • Wie wirkt das Design?
  • Welche Inhalte präsentieren sie?
  • Wie ist die Gliederung der Inhalte, Seitenstruktur?
  • Welche Funktionalitäten bieten sie an?
  • Bieten diese weitere Service-Angebote an oder andere hilfreiche weiterführende Inhalte?
  • Betreiben sie inhaltliche Suchmaschenoptimierung?
  • Welche Unternehmenswebsites stehen bei relevanten Suchbegriffen (Keywords) in den Suchmaschinenergebnissen weit vorne?
  • Was kann von den ersten Suchergebnissen bezüglich Suchmaschinenoptimierung lernen und sich „abschauen“? 

Content Audit

Nicht alles muss neu erfunden werden:
Zuerst sollte genau geschaut werden welche Inhalte (Texte, Bilder, Statistiken, Grafiken usw.) schon im Unternehmen vorhanden sind. Das muss nicht nur auf der aktuellen Website sein, sondern kann auch in anderen Kommunikationsmaßnahmen sein, oder auch „halb verstaubt in der Schublade“.

Es geht nicht darum, alles blind zu sammeln, sondern sich einen Überblick zu verschaffen:
Was ist schon vorhanden, was muss später neu erstellt werden.

Bei den vorhandenen Inhalten muss dann gut aussortiert werden:
Was lässt sich gebrauchen und auf der neuen Website einsetzen.

Die Unternehmensziele, Bedürfnisse der Besucher und die Inhaltsstrategie spielen dann hier zusammen und geben die Auswahlkriterien vor.

Folgende Fragen helfen beim Content Audit:

  • Sind die Inhalte aktuell (genug)?
  • Sind die Inhalte selber pflegbar?
  • Ist die Seitenstruktur übersichtlich?
  • Sind die Navigationspunkte verständlich und eindeutig?
  • Spiegeln die Inhalte die Schwerpunkte des Unternehmens wieder? Lässt sich anhand der Inhalte klar erkennen, was genau angeboten wird und was die Expertise ist?
  • Sind die Inhalte aus Kundensicht geschrieben oder zumindest für diese klar verständlich?
  • Zeigen die Inhalte Ihre Kompetenz und Qualität in den entsprechenden Bereichen ausreichend auf?
  • Werden Bestandskunden hilfreiche Inhalte angeboten?
  • Werden andere Kommunikationsmedien wie Telefon oder Mail entlastet, indem häufige und wichtige Fragen und Anliegen direkt auf der Website geklärt werden?
  • Sind die Inhalte suchmaschinenoptimiert? Also tauchen diese bei gewünschten Suchbegriffen in den Suchmaschinen auf?
  • Gibt es keine „Textwüsten“?
  • Sind die Texte einfach verständlich und übersichtlich gegliedert?
  • Sind die Impressum- und die Datenschutzseiten auf dem neusten Stand? 
Website-Relaunch Case Study
Case Study eines Website-Relaunch:
Die Website von bunsen.de vor und nach dem Relaunch.

Eine gute Vorbereitung

…ist die halbe Miete für einen erfolgreichen Website-Relaunch. Denn aus den Analyseergebnissen gilt es mögliche Konsequenzen und Maßnahmen abzuleiten.

Diese Analysephase lässt sich – zumindest in Teilen – auch schon gut intern erledigen oder zumindest vorbereiten und ist – zumindest in Kurzversion – auch schon beim ersten Briefing und der Angebotseinholung hilfreich.

Da man aber bei den eigenen Dingen auch gerne eine gewisse „Betriebsblindheit“ entwickelt, kann hier der kritisch-analytische Blick von außen durch den Webdesign oder die Internet-Agentur sehr hilfreich und konstruktiv sein.

Die Relaunch​-Arten

Anhand der Gründe für einen Relaunch und einer Analyse der bestehenden Website lässt sich die Art des Relaunches ableiten:

Bei einen Komplett-Relaunch werden alle Aspekte überarbeitet (Strategie, Design, Inhalte und Technik), da die Anpassungen zu groß sind, um mit einzelnen Maßnahmen noch etwas zu retten.

Man kann aber natürlich auch nur einen Teil-Relaunch vornehmen, indem bspw. das Design modernisiert wird oder Inhalte angepasst werden. Diese Teil-Relaunches können natürlich von kleinen Verbesserungen bis auch zu sehr großen Veränderungen reichen, die schon nahe an einem Komplett-Relaunch sind.

Website-Relaunch – Der ultimative Leitfaden für einen erfolgreichen Neustart 1

Oft ziehen Anpassungswünsche eines der Aspekte weitere Änderungen mit sich:
Soll die Website beispielsweise responsiv gemacht werden (also auch für mobile Endgeräte optimiert werden), wird man zwangsläufig auch an das Design müssen. Die Darstellung der Inhalte auf kleinen Displays unterscheidet sich eben von sehr großen Monitoren. Ebenso das Nutzungs- und Surfverhalten. Eventuell sind sogar auch andere Inhalte auf mobilen Geräten interessant (sowohl aus Nutzer- wie auch Unternehmenssicht).

Das Beispiel verdeutlicht:
„Mal eben“ so einen Relaunch umzusetzen, ist selten möglich, bzw. sinnvoll.

Im Idealfall ist es eher so:
Eine Website sollte regelmäßig angepasst und optimiert werden, dann sind große Relaunches nicht oder nur sehr selten notwendig.

In der Realität ist es aber eben auch oft anders:
Die Website wurde einmal erstellt und seitdem nur selten angefasst. Da wird man mit punktuellen Veränderungen nur wenig retten können.

Projektablauf eines Website-Relaunchs

Projektablauf eines Website-Relaunchs

Die Projektabläufe ähneln sich, sind in den Details aber unterschiedlich ausgeprägt. Im Groben lässt sich zumindest ein einheitlicher Ablauf festhalten, der ein gutes Gefühl vermittelt, was mit einem Website-Relaunch auf die Projektbeteiligten zukommen wird:

Phase 1: Recherche und Analyse

Es gilt die aktuelle Situation zu bewerten:
Das Unternehmen, der Markt, der Wettbewerb, die Zielgruppe und die aktuelle Website.

So eine Situationsanalyse hilft die Ziele sinnvoll zu planen und strategisch anzugehen.

Phase 2: Konzeption

Die Planung der Website:
Welche Ziele will man wie erreichen? Details bezüglich der Umsetzung der Inhalte, Design und Technik werden definiert.

Es wird eine Inhaltsstruktur erarbeitet. Dazu gehört die Seitenstruktur (oft auch Sitemap genannt), also die Aufteilung der Unterseiten in ein Navigationsschema. Aber auch die Inhaltsstruktur auf den einzelnen Unterseiten wird definiert. Wireframes sind hier ein hilfreiches Mittel.

Dazu werden Funktionalitäten festgelegt, interne Querverlinkungen und Ziele einzelner Seiten definiert.

Phase 3: Design

Das Konzept steht, der Designer hat so eine Basis für die Gestaltung:
Inhaltsstruktur, Website-Ziele und Zielgruppen sind definiert. Die Gestaltung artet also nicht in freie Kunst aus oder genügt sich mit den üblichen Website-Templates. Stylescapes können hier den Weg zu einem Design ebnen.

Das Design hat nun einen klaren Zweck:
Ästhetik, Bedienbarkeit, Benutzungserlebnis, Übersichtlichkeit, Image – all das ist vorgegeben und kann und sollte durch das Design erfüllt werden. Nicht gerade wenig Anforderungen – aber dafür gibt es ja eben Profis.

Phase 4: Inhalte

Wenn Seitenstruktur und Inhaltsstruktur stehen, ist klar, welche Inhalte erstellt werden sollen. Eventuell können schon vorhandene (Website-)Inhalte übernommen werden, vielleicht müssen noch weitere erstellt werden.

Neben Texten können dies auch Bilder, Grafiken oder gar Videos sein. Der Aufwand der Inhaltserstellung sollte auf jeden Fall nicht unterschätzt werden. Hilfreich: Was es bei der Inhaltserstellung zu beachten gibt.

Phase 5: Technische Umsetzung

Technisch ist im Grunde auch alles klar, da Umfang, Funktionen und Inhaltsstruktur festgelegt sind:
Die Umsetzung einer sogenannten responsiven Website (optimiert für mobile Endgeräte) kann erfolgen.

Passenderweise mit einem Content Management System (CMS), dass die Pflege der Inhalte vereinfacht. Dazu bieten CM-Systeme hilfreiche Funktionen wie Kontaktformulare, Mehrsprachigkeiten, Newsletter und weitere schon an, die somit nicht extra aufwendig programmiert werden müssen.

Phase 6: Testen und Relaunchen

Zum Abschluss – naja, eigentlich schon immer mittendrin – wird die Website auf Herz und Nieren überprüft:
Mit verschiedenen Browsern und Geräten. Ist die Seite gut bedienbar, sind die Inhalte gut aufnehmbar/lesbar, lässt sich gut navigieren usw.

Am Ende steht dann der Live-Gang, die neue Website wird auf die richtige Domain gestellt.
Stolz und zufrieden sind Unternehmen und Webdesigner.

Phase 7: Weiterbetreuung

Damit es erst nicht wieder so weit kommt, dass die Website wieder peinlich und veraltet ist, sollte die neue Website nun regelmäßig aktualisiert und optimiert werden.

Das kann ganz unterschiedliche Bereiche betreffen:
Neue Inhalte, Suchmaschinenoptimierung, Designanpassungen, neue Funktionen, neue Sprachen usw. – nicht alles muss ja zwangsläufig auch im ersten Relaunch-Schritt erfolgen.

Diese kontinuierlichen Optimierungen sorgen aber dafür, dass sich die Website den jeweiligen Gegebenheiten anpasst und stets zum Unternehmen passt.

Dazu sollten in regelmäßigen Abständen Updates und Backups erfolgen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Nicht alles muss genau so und in der Reihenfolge wie beschrieben umgesetzt werden. Je nach konkreten Anforderungen und Voraussetzungen gibt es immer wieder (leicht) andere Schwerpunkte und Aufgaben.
Und somit ist auch der Umfang und Aufwand für den Dienstleister immer wieder unterschiedlich. 

Wie lange dauert ein Relaunch?

Wie lange dauert es ein Haus zu bauen? Darauf gibt es jeweils keine allgemeingültige Antwort. Soviel lässt sich aber sagen:
Eine Website ist meistens schneller als ein Haus gebaut ?

Website-Relaunch – Der ultimative Leitfaden für einen erfolgreichen Neustart 2
Website-Relaunches sind heutzutage zwangsläufig auch responsiv.

Abhängig vom Umfang und sonstigen Anforderungen sind aber mindestens einige Monate durchaus realistisch. Klar, Homepagebaukasten oder Template ausgewählt und die Website ist an einem Tag aufgesetzt. Aber wenn es ein „richtiger“ Relaunch werden soll, der alle notwendigen Aspekte beachtet, die unter anderem in diesem Artikel vorgestellt werden, dann ist die Website nicht über Nacht fertig. Dann braucht sie Zeit, damit sie richtig gut werden kann.

Daher sollte die Zeit nicht als der erste relevante Faktor gesehen werden, sondern die Qualität.

Ziele eines Website-Relaunchs

„Eine neue Website“ ist schon mal ganz ok als Ziel. Aber dann sollte es schon detaillierter werden. Es lassen sich für alle oben genannten Teilbereiche Ziele formulieren. Und nur so ist auch gewährleistet, dass das Projekt qualitativ voran kommt und am Ende für das Unternehmen einen klar erkennbaren, oder gar messbaren, Mehrwert bietet.

Mögliche Website-Relaunch-Ziele können sein:

  • Suchmaschinen-Ranking verbessern und mehr Traffic durch höhere Suchmaschinenplatzierungen.
  • Konversionsrate steigen (also Anteil der Besucher, die etwas kaufen oder z.B. Kontakt aufnehmen).
  • Bounce-Rate verringern (Anteil der Besucher, die nur eine einzige Seite ansehen).
  • Markenbildung /Markenstärkung.
  • Anpassung an ein neues Corporate Design.
  • Neue Funktionen einbauen.
  • Veraltete technische Infrastruktur modernisieren (Content Management System, Umstellung auf SSL/https etc.).
  • Beheben von gravierenden Problemen bei Usability & User Experience.​
  • Globaler agieren: Mehrsprachige Inhalte päsentieren und so weitere Kundenkreise ansprechen.
  • Inhalte selber aktualisieren können.
  • Mehr Anfragen/Verkäufe über den digitalen Vertriebsweg.
  • Kosten minimieren (z. B. durch Beantwortung von Fragen oder Vermittlung des korrekten Ansprechpartners online, Prozesse vereinfachen durch Online-Tools).
  • Als Experte präsentieren.
  • Mitarbeiterrekrutierung / Employer Branding. 

Website-Relaunch und ein Rebranding

Nicht selten erlebe ich es in meiner Selbständigkeit, dass bei der Anfrage nach einem Website-Relaunch recht zeitnah das Thema Unternehmensdesign oder – neudeutsch – Corporate Design auf den Tisch kommt.

Nach dem Motto:
„Ach, wenn wir schon die Website neu machen, dann können wir auch gleich mal an die Farben und ans Logo.“

Oder es kann passieren, dass ich das Design für die neue Website entwerfe und es kommt so gut an, dass auch gleich andere Kommunikationsmedien entsprechend neu gestaltet werden sollen. Das ist zwar einerseits schön, noch besser wäre es aber das Thema Corporate Design von Beginn gleich auf dem Tisch zu haben.

Und nicht selten geht es dann noch einen Schritt weiter:
Nicht nur die Website und das Unternehmensdesign sind veraltet, das Branding, also die Außenwahrnehmung des Unternehmens ist an sich nicht mehr zeitgemäß.

Über die Jahre hat sich häufig viel verändert:
Das Unternehmen selber, sprich sein Angebot, Schwerpunkte, Mitarbeiter. Die Märkte haben sich verändert, vielleicht sogar die Zielgruppen im Laufe der Zeit.

Die Erscheinung (optisch, wie inhaltlich) passt nicht dann oft nicht mit dem aktuellen Selbstverständnis und Nutzen zusammen. Und meistens noch weniger mit der Außenwahrnehmung.

Zeit also sich auch über ein Rebranding Gedanken zu machen.

Website-Relaunch – Der ultimative Leitfaden für einen erfolgreichen Neustart 3
Beim Relaunch der Website aev.de wurde auch gleich ein neues Branding umgesetzt.

Gründe für ein Rebranding

im Zusammenhang mit einem Website-Relaunch können also unter anderem sein:

  • Neuausrichtung des Unternehmens (im Laufe der letzten oder der kommenden Jahre).
  • Änderung der Leistungen/Schwerpunkte.
  • Neue Zielgruppenkreise.
  • Veraltetes Corporate Design.
  • Veränderter Wettbewerb.
  • Erhöhter Wettbewerbsdruck.
  • Vermittlung von Glaubwürdigkeit und Vertrauen.
  • Gewünschte Warhnehmung als Experte.

Relaunch und die Nutzer

Benutzerfreundlichkeit – Der Besucher im Fokus

Website-Relaunch – Der ultimative Leitfaden für einen erfolgreichen Neustart 4

Dafür machen wir das alles:
Für die Besucher, die potentiellen Kunden!

Denn „der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ – Ja, abgedroschen, aber mit wahrem Kern. Denn es geht eben nicht um eine reine Selbstdarstellung, schon gar nicht bei einer zeitgemäßen Website.

Der Besucher mit seinen Anforderungen, Erwartungen und Bedürfnissen sollte im Vordergrund stehen. Wieso sollten eine seitenlange Unternehmenshistorie in Werbesprache präsentiert werden, wenn der Besucher sich mit ganz anderen Inhalten von der Unternehmens- und Mitarbeitererfahrung und -kompetenz überzeugen will?

Der User rückt in den Mittelpunkt.

Das klingt selbstverständlich, ist aber eigentlich erst in letzter Zeit so richtig ins Bewusstsein vieler gelangt.

Und nicht selten macht dies erst den Unterschied aus, zwischen einer „nur“ netten, optisch ansprechenden Website und einer Website, die eine hohe User Experience hat.

Was User Experience, also eine angenehme Benutzungserfahrung, hier bedeutet:

  • Das Design vermittelt einen angenehm positiven ersten Eindruck.
  • Die Ladezeit ist niedrig.
  • Die Website ist auf jedem Gerät gut und intutiv bedienbar.
  • Die Inhalte sind leicht auffindbar.
  • Die Inhalte sind leicht aufnehmbar.
  • Die Inhalte entsprechen mindestens den Erwartungen des Besuchers.
  • Im Idealfall bieten die Inhalte einen unerwarteten Mehrwert.
  • Der Nutzer weiß jederzeit, wo er sich genau auf der Website befindet.
  • Die Inhalte und die Gestaltung lenken den Besucher und sind ausreichend abwechslungsreich.
  • Die Gesamterscheinung der Website wirkt in jeder Hinsicht professionell und modern. 

Um sich dem Besucher und seinen Bedürfnissen zu nähern, gibt es verschiedene Methoden. Eine gründliche Zielgruppenanalyse ist oft der erste und richtige Weg. Noch tiefergehend – zu einem Website-Relaunch gut passend – ist die Entwicklung sogenannter Personas.

Personas sind fiktive Personen, die eine bestimmte Zielgruppen repräsentieren. Es werden konkrete Portraits, Namen, Eigenschaften und Bedürfnissen benannt, so dass zwar eine fiktive Person entsteht, die sich aber wie ein echter Besucher behandeln lässt. Mit den Personas können alle Projektbeteiligten arbeiten, um die Bedürfnisse, Reaktionen und Ziele der User besser vorauszusagen. Entscheidungen können so viel besser/konkreter getroffen werden.

Das Konzept​ für einen Website-Relaunch

Wenn die Analysen gemacht wurden und die Ziele definiert wurden, kann es an die konkrete Planung der neuen Website gehen. Das Konzept bildet die Basis einer gelungenen Umsetzung für ein erfolgreiches Projekt.

Die Content Strategie

Um die Inhalte eines Webprojekts zu definieren, geht es darum, zwei Aspekte unter einen Hut zu bringen:

  • Was sind die unternehmerischen Ziele der Webseite?
  • Was sind die Bedürfnisse der Anwender?

Häufig wird vor allem der erste Aspekt beachtet: Das Unternehmen möchte sich und seine Produkte/Dienstleistungen in einem guten Licht darstellen – sein gutes Recht.

Es wird viel Zeit und Arbeit hineingesteckt, wohlklingende Sätze zu formulieren, die Produkte von allen Seiten zu beleuchten, ausführlich über Projekte zu erzählen, das Unternehmen umfassend vorzustellen. Manchmal werden aber auch einfach nur schon vorhandene Texte übernommen, weil keiner da ist, der die Texte überarbeiten bzw. neu schreiben kann oder will.

Die schlechte Nachricht für Unternehmen:
Niemand wartet auf ihre Texte und möchte ihre Webseite und Markenbotschaften konsumieren.

Die Kunden sind übersättigt von Informationen. Und jetzt kommt noch die „Content is King“-Entwicklung dazu, die jedem Unternehmen rät, zu „Content-Schleudern“ zu werden. Dadurch wird die Beachtung von Inhalten auch nicht besser.

Eine Content-Strategie muss sich übrigens nicht nur auf die Website beziehen, sondern kann darüber hinaus auch für andere Kommunikationsmittel und -medien interessant sein wie Newsletter, soziale Netzwerke, Broschüren usw.

Zur Überprüfung einer Content-Strategie können folgende Aspekte dienen:

  • Spiegeln die Inhalten und Themen der Website die Unternehmensschwerpunkte wieder?
  • Sind die Inhalte in ihrer Bedeutung gegliedert/strukturiert?
  • Sind die Inhalte kurz und prägnant?
  • Sind Stichworte definiert, an denen sich die Inhalte orientieren können?
  • SInd Inhalte für verschiedene Medientypen vorhanden (Texte, Bild, Grafiken, Video usw.)?
  • Nach welchen Fragen suchen die Besucher? Werden diese beantwortet?
  • Mit welchen Inhalten und Antworten kann man den Besucher „erfreuen“ und überraschen?
  • Gibt es Inhalte für die Kundenakquise?
  • Gibt es Inhalte für die Kundenbindung?
  • Wurden Suchmaschinenaspekte bei der Inhaltserstellung beachtet?
  • Mit welchen Inhalten treten Ihre Konkurrenten auf?

Die eigentlichen Inhalte – Content first
Zu oft steht der Wunsch nach einem neuen Design oder die responsive Anpassung mit Mittelpunkt.
Dabei sollten besser die Inhalte die Basis bilden!
Die Inhalte sind der Hauptgrund, ob und wie die Website-Ziele erreicht werden und ob die User glückliche Besucher werden. Ohne hochwertige und aktuelle Inhalte könnte man den Relaunch eigentlich gleich lassen. Es geht also darum, welche Inhalte wie präsentiert werden und erreichbar sein sollen.
Die Inhalte müssen zuerst gegliedert werden. Zum einen im Großen, also die Seitenaufteilung/Seitenarchitektur. Und dann im Kleinen, daß heißt die Aufteilung der Inhalte innerhalb einer einzelnen Unterseite.

Informationsarchitektur & Navigationsstruktur

Die Gliederung der Navigation und die Benennung der Navigationspunkte ist der wichtigste Schritt.
Eine gute Navigation beantwortet dem Anwender folgende Fragen:

  • Wo bin ich?
  • Wohin kann ich hin gehen?
  • Wie kann ich dorthin kommen?
  • Wie kann ich dahin zurückgehen, wo ich herkomme?

„Die Navigation ist nicht einfach ein Feature einer Website,
sie ist die Website.“

Die Sichtweise des Besuchers ist hierbei ausschlaggebend, nicht die Sichtweise des Unternehmens. So werden leider allzu oft branchen- oder unternehmenspezifische Begrifflichkeiten verwendet, die der Besucher dann nicht oder kaum versteht.

Gerade bei der Navigation sollte man aber keine Experimente machen. Es gibt gelernte Benutzungsmuster, auf die User zurückgreifen. Diese zu durchbrechen ist sehr riskant:

  • Sind die verschiedenen Navigation (Haupt-, Sub-, Metanavigation) klar und logisch strukturiert?
  • Ist die Benennung der Navigationspunkte nachvollziehbar und eindeutig?​
  • Ist die Navigation intuitiv und einfach zu bedienen und immer an der selben Stelle? Bekommt man schnell, direkten Zugang zu den gewünschten Inhalten?
  • Ist die Navigation immer sichtbar oder direkt erreichbar (z.B. bei kleineren Bildschirmauflösungen)?
  • Gibt es seiteninterne Querverweise / Links?

Eines sollte man auf keinen Fall:
den Aufwand unterschätzen, der für die Erstellung von guten Inhalten notwendig ist.
Zeit und Budget sollten hier nicht zu knapp bemessen sein.

Ideen für Content-Formate
Textliche Inhalte sind das häufigste Content-Format. Die Möglichkeiten der inhaltlichen Gestaltung Ihrer Botschaften (oder der Ihres Kunden) sind aber viel größer.
Folgend eine lose Sammlung von Ideen, um für Inhalte eine passende Umsetzung zu finden:
Fachartikel, E-Books, E-Mail-Newsletter, Infografiken, Bildergalerien/-slideshows, Videos, Präsentationen, Podcasts, Downloads, Zitate, Case Studies, Gastartikel, FAQs, Member-Bereich, Animationen, Screencasts, Tutorials, Interviews, Testimonials usw.

Hilfreich zu wissen:
Der Content Design Prozess – So gelangst du zu einer nutzerzentrierten Website.

Suchmaschinenoptimierung: Die richtigen Schwerpunkte und Keywords finden

Die Optimierung der neuen Website für die Suchmaschinen ist nicht nur ein rein technischer Aspekt oder etwas, was „am Ende noch hinzugefügt“ wird.

Suchmaschinenoptimierung muss von Anfang an bedacht werden, damit sie erfolgreich sein kann.

Suchmaschinenoptimierung ist zuerst die Analyse und Definition der gewünschten Suchbegriffe. Dies betrifft dann auch direkt die Content Strategie der Website, da Inhalte extra dafür erstellt werden, diese Fragen entsprechend zu beantworten.

Liefert die Website hilfreiche Antworten, ist der Besucher glücklich.

Suchmaschinenoptimierung betrifft die Content Strategie und die Suchintentionen der Besucher:

Welche Probleme, Bedürfnisse und Herausforderungen haben die Besucher?
Nach welchen Stichworten und Sätzen suchen diese in den Suchmaschinen?

Diese Fragen zu kennen, hilft die richtigen Antworten zu geben. Und wenn der Website-Relaunch hilfreiche Antworten gibt, dann sind die Besucher glücklich. Und wenn die Besucher glücklich sind, dann freuen sich die Suchmaschinen. Und wenn sich die Suchmaschinen freuen, dann wird Ihre neue Website bei den entsprechenden Suchanfragen weit oben gelistet.

Mehr erfahren: Webdesign und SEO – ein offener Brief an alle Webdesigner und Webprogrammierer

Das Redesign

Nein, eine Website wird nicht irgendwie noch „hübsch“ gemacht. Das Design ist untrennbar mit den Inhalten, den Zielen und der Navigation verwoben. Design gibt dem Inhalt und der Navigation die passende Form in einer ästhetischen und thematisch ansprechenden Art und Weise.

Das Design vermittelt Professionalität, Qualität und Glaubwürdigkeit.

Das Design erfüllt vor allem folgende Funktionen:
Es vermittelt ein Image und eine Ästhetik. Es bietet Orientierung und leitet durch die Seite. Es erlaubt Interaktion.

Die Planung des Designs geht also einher mit dem Unternehmensdesign und den -zielen. In Verbindung mit der leitenden Funktion ergibt sich ein Screendesign, das den Besucher anregt und animiert.

Dies kann zum Beispiel ein hübsches Design-Template gar nicht schaffen. Es kann zwar „hübsch“ aussehen, aber mehr eben auch nicht, denn bei der Template-Erstellung konnte weder die spezifische Content-Strategie, noch die Unternehmens- und Besucherbedürfnisse beachtet werden.

„Content precedes design.
Design in the absence of content is not design, it’s decoration.“

Webdesigner Jeffrey Zeldman

Interaktion / Funktionen

Sie füllen die Website erst so richtig mit leben. Denn der Besucher soll möglichst nicht nur passiver Konsument bleiben. Er soll in Interaktion treten. Das Design, anregende Texte, besondere Funktionalitäten, Links und Buttons sollen ihn dazu animieren.

Ein klassisches Beispiel wäre die vereinfachte Kontaktaufnahme. Der Besucher muss also nicht erst nach der Kontaktseite suchen und dort dann passende E-Mail-Adresse oder Telefonnummer ausfindig machen, sondern er bekommt die notwendigen Kontaktinformationen an der Stelle, an der er sie gerade benötigt. Das kann zu Beispiel direkt auf einer Produktseite sein. Der Besucher wird hier animiert weitere Fragen zum Produkt oder direkt eine Anfrage oder Bestellung aufzugeben. Einfach, unkompliziert und persönlich werden die entsprechenden Kontaktinfos präsentiert.

Oder dem Benutzer kann am Ende einer Seite gezeigt werden, was jetzt zu tun ist. Ihm wird die Entscheidung abgenommen selber zu überlegen, welchen Schritt er als nächstes tun könnte oder worauf er nun klicken sollte (oder im schlimmsten Falle er die Website gar verlassen würde). Das können zum Beispiel weiterführende Unterseiten sein, die ihn thematisch weiterbringen und seine Reise durch die Website fortführen lassen.

Website-Relaunch – Der ultimative Leitfaden für einen erfolgreichen Neustart 5
Hilfreiche Funktionen nach dem Relaunch:
Bei industrietechnik-schneider.de gibt es ergänzende Produktblätter als PDF-Download, dazu den Schnellkontakt. Beides markant auf jeder Produktseite.

Die technische Struktur

Die technische Struktur wird in der Konzeptionsphase ebenso behandelt:
Die technischen Details sind wichtig, einmal für das Angebot und natürlich für die Umsetzung selber. Kleine Änderungen können hier später großen Aufwand verursachen.

Fragen zur technischen Infrastruktur für den Website-Relaunch:

  • Welchen technischen Anforderungen muss die neue Website genügen?
  • Gibt es Vorgaben oder Wünsche bezüglich eines Content Management Systems?
  • Reichen der aktuelle Server und das Providerpaket aus?
  • Sind bestimmte Funktionalitäten gewünscht?
  • Lassen sich diese mit sog. Plugins (Erweiterungen) erfüllen oder müssen diese individual programmiert werden?
  • Müssen irgendwelche fremden Systeme angeschlossen werden (z.B. CRM, Newsletter)?
  • Ist eine Mehrsprachigkeit erwünscht?
  • Was gibt es bezüglich der responsiven Darstellung (Optimierung für mobile Endgeräte) zu beachten? 

Go-Live

Wenn alles (von Auftragnehmerseite) soweit fertig ist und die Seite von Auftraggeberseite abgenickt wurde, kann sie online gehen.

Ein letzter Check nach dem Live-Gang sollte unter anderem folgende Punkte beinhalten:

  • Funktionieren alle Links?
  • Laufen alle Seiten über eine sichere Verbindung (SSL)?
  • Wird die Seite / werden die Inhalte auf allen möglichen Endgeräten korrekt angezeigt?
  • Lassen sich alle Funktionalitäten ohne Probleme ausführen?
  • Sind passende Weiterleitungen von den alten Unterseiten auf die neuen Seiten eingerichtet?
  • Wurde bei der sog. Google Search Console die neuen Seiten hinterlegt, so dass Google diese schneller indizieren kann?
  • Passt die Ladezeit?

Tipps für den Website-Relaunch

Vorbilder
Man kann von anderen so viel lernen: Welche Websites können als Vorbild dienen?
Das muss nicht gleich eine komplette Website sein, sondern können auch nur Einzelteile sein, wie bspw. ein bestimmtes Inhaltselement, eine ganz spezielle Funktion, eine Farbkombination, ein Bildmotiv oder…

Zusammenspiel
Bei einem Relaunch geht es weder rein um das Design oder nur um die Technik!
Ein Website-Relaunch ist das Zusammenspiel aus Strategie, Inhalten, Design und Technik. Lässt man eines außen vor, leiden zwangsläufig alle Aspekte.

Klare Kompetenzen
Nicht jedem muss alles gefallen!
Auch bei der Beurteilung einer Website können viele Köche den Brei verderben. Dem einen gefällt der Farbton nicht, dem nächsten das Bild, beim dritten funktioniert der alte Internet Explorer nicht richtig und der letzte mag schon lange das Wort „Relaunch“ nicht mehr hören…
Wenn von Anfang an klare Verantwortliche und Entscheider benannt sind, wird das Projekt nicht durch „Drittmeinungen“ verzögert oder verunsichert.

Zeitpuffer
In ein bis zwei Monaten mal eben einen Relaunch durchzuziehen, kann zwar mal klappen, ist aber selten realistisch.
Der Webdesigner, die Agentur, als auch die Mitarbeiter im Unternehmen sitzen oft noch an deren Projekten und arbeiten nicht rund um die Uhr nur an diesem einem Website-Relaunch.
Dazu kommen Korrektur- und Änderungsphasen. Und gerade der (Zeit-)Aufwand die Inhaltserstellung wird fast immer unterschätzt.
Alte Projektregel:
Auf die angedachte Zeit 50% oben drauf schlagen… und man ist nahe dran ? Es dauert oft länger als gedacht!

Interne Ressourcen
Der Mitarbeiter, der den Relaunch nebenbei „so mitmachen“ muss, ist schnell überfordert und frustriert.
Ein Relaunch braucht Zeit und diese sollte sich dafür auch genommen werden. Gerade dann, wenn noch die Inhalte erstellt werden sollen, was auch nicht mal eben an einem einzigen ruhigen Nachmittag geschieht. Daher ausreichend interne Ressourcen bereit stellen!

Spreu vom Weizen trennen
Das betrifft alle Bereiche: Konzept, Design, Inhalte und Technik/Funktionalitäten.
Die Augen sind oft größer als der Magen – was beim Essen dann halt auf dem Teller zurückbleibt, ist bei einem Website-Projekt schon ungünstiger.
Wenn man sich mit eher zweitrangigen Aspekten zu lange herumschlägt, fehlt die Energie, Zeit und Ressourcen für die eben wirklich wichtigen Dinge.
Daher auf das Wirklich-Wichtige konzentrieren!

Stufenweise
Man muss nicht alles gleich beim (großen) Relaunch umsetzen! Vieles lässt sich auch stufenweise aufbauen und so nach und nach über die Monate und Jahre ergänzen, wie bspw. eine Mehrsprachigkeit.
Es gibt aber andere Aspekte, die sinnvollerweise gleich beachtet werden sollten: Rebranding oder Suchmaschinenoptimierung wären solche Themen. Diese müssen vielleicht nicht gleich in höchstem Maße perfektioniert werden. Werden diese aber von Anfang an bedacht, erspart man sich später größere Anpassungen und enormen Aufwand.
So oder so: Es ist hilfreich und sinnvoll zu Projektbeginn auch mögliche mittel- und langfristige Maßnahmen schon einmal anzusprechen. Denn wenn nicht klar ist, was später einmal folgen soll, kann es nicht von Anfang bedacht werden.

Der Website-Relaunch

Mit einem Website-Relaunch besteht die große Chance die Marktposition zu verbessern und sich von Mittbewerbern noch klarer abzusetzen. Eine attraktive Website, die optisch und inhaltlich überzeugt und gut bedienbar und guten Service bietet, wird die Besucher überzeugen.

Website-Relaunch – Der ultimative Leitfaden für einen erfolgreichen Neustart 6

Was sind deine Relaunch-Erfahrungen:
Wissen die Kunden schon klar, was sie möchten? Geht es meistens nur um ein nettes neues Design gepaart mit Responsivität? Oder wo hängen bei dir Relaunch-Projekte immer wieder und bestehen Stolperfallen? Erzähle es uns in den Kommentaren!

Bewertungsergebnis: 4.9 / 5. | Anzahl der Bewertungen: 69

webdesign-bibliothek_hoch

Kommentare zum Artikel

17 Kommentare zu „Website-Relaunch – Der ultimative Leitfaden für einen erfolgreichen Neustart“

  1. Wirklich sehr, sehr guter Beitrag, der für sehr, sehr viel Arbeit spricht. Vielleicht muss man bei kleineren Website nicht ganz so viel Aufwand betreiben, aber sicher ist, all die Punkte hier zumindest zu überprüfen und zu durchdenken. Danke!

    1. Hallo Mark,
      danke für die Blumen 🙂
      Du hast sicherlich Recht, für nicht jedes Projekt sind alle Punkte gleich relevant.
      Es kann sich eben jeder das für ihn/das Projekt passende herausziehen…

      Gruss
      Martin

  2. 16/12/2020
    Hallo Martin,
    das ist ja schon ein kleines Handbuch, umfassend und praktikabel, herzlichen Dank. Als Webdesigner gehöre ich nicht zur Oberschicht der WordPress-Designer oder höher. Früher (vor einer Ewigkeit, so kommt es mir vor) habe ich mit Adobe Muse gearbeitet, bis man das Programm eingestampft hat. Vergleichbares ist dann nicht nachgekommen … oder vielleicht doch: QuarkXpress 19/20. Das Problem mit Quark: Es gibt zu diesem Programm (Abteilung digital) keine deutschen Handbücher, keine erklärende Fachliteratur, in der die kniffligen Features durchgespielt werden. Oder vielleicht doch? Das ist meine Frage. Hast du da möglicherweise einen Tipp?
    Gruß Peter

    1. Hallo Peter,
      ich habe mit Muse selber nie gearbeitet, ob QuarkXPress jetzt allerdings ein passendes vergleichbares Programm ist, wage ich fast zu bezweifeln. Ich kenne dies nur aus und für den Printbereich…
      Was ist vielleicht mit Webflow oder Squarespace?
      Gruss
      Martin

  3. Ich sage ebenfalls: sehr guter Beitrag. Insbesondere der Hinweis mit „Zeit lassen..“ und 50% mehr rechnen, ich behaupte sogar bis 200%, ist richtig. Habe eben so einen Relaunch hinter mir, nachdem ich meinen Chef im Frühsommer mal so leichtfertig geantwortet habe, dass mache ich mal so nebenher. Pustekuchen. Die Wünsche und Ideen kommen mit der Herstellung.

    1. Hallo Thomas,
      jo, 200% ist vielleicht realisitischer – kannste aber keinem sagen 😉
      Wünsche und Ideen kommen zwar manchmal bei der Umsetzung, bei Kundenprojekten aber insofern ungünstig, da sie natürlich entsprechend Mehraufwand bedeuten (können). Daher sollte hier die Planung/Konzeption entsprechend intensiv sein, um möglichst viele Ideen und Wünsche im voraus zu besprechen… 
      Gruss
      Martin

  4. Sehr interessanter Artikel. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür. Ich finde das Zitat von Jeffrey Zeldman besonders gut. Viele Webdesigner konzentrieren sich auf das Design und geben weniger Interesse an dem Content. SEO ist heutzutage ein relevantes Merkmal, das die Sichtbarkeit der Marke erhöht.

  5. Hallo Martin,
    ich finde deinen Artikel auch sehr hilfreich. Ich recherchiere allerdings im Rahmen eines Förderantrages nach Beispielen für Erfolgsindikatoren bei einem Website Relaunch. Ich finde das für einen Laien schon sehr speziell. Kannst du dazu noch was schreiben?

    Viele Grüße
    Manja

    1. Hallo Manja,
      das kann sehr unterschiedlich/vielfältig sein: Zum einen konkret messbare Indikatoren wie Besucherzahlen, Aufenhaltsdauer, Seitenbesuche, Google-Rankings usw. bis konkrete Anfragen, Downloads, Newsletter-Einträge usw.
      Oder eher schwieriger zu messende wie Image, Außenwirkung, passendere (Zielgruppen-)Anfragen usw.

      Gruss
      Martin

  6. Hallo Martin, vielen lieben Dank für den ausführlichen Beitrag, das war sicherlich enorm viel Arbeit! Ich habe für mich viele Erkenntnisse gewonnen. Hast du zufällig noch (mehr) Best Practises zu dem Thema? Ich bin neugierig was du von der Growth Driven Design Methode (GDD) hältst. Hast du damit Erfahrungen gemacht? Liebe Grüße, ELena

    1. Hallo Elena,
      danke für dein Feedback.
      Für mehr/andere Best Practices müsste ich auch „googeln“…
      Die Growth Driven Design Methode klingt (in der Theorie) sihcherlich gut. In meiner Praxis ist dafür zu selten Spielraum. Denn es heißt ja, man macht die Website nicht „ganz“ (zu 100%) fertig, sondern nur soweit, dass man sich damit raustrauen kann und entwickelt sie dann während des Betriebes weiter. Das sollte sicherlich sowieso immer gemacht werden, hier nur deutlich intensiver. Das verlangt – zumindest in Teilen – ein anderes Vorgehen und eine längerfristige intensive Arbeit an der Website. Dafür müssen beide Seiten entsprechend vorbereitet sein… 

      Gruss
      Martin

  7. Hallo Martin,
    vielen Dank erstmal für den coolen Beitrag! Ja, das Thema „Spreu vom Weizen trennen“. Relaunch gestaltet sich manchmal schwieriger als Neugestaltung. Der Kunde weiß, dass er eine neue Website braucht, kann sich aber schwer von alten Texten, Bildern oder Grafiken trennen. Manchmal entsteht am Ende nur ein Kreis, weil der Kunde im Grunde nicht bereit für Neus ist. Darin liegt für mich die größte Herausforderung für Webdesigner – zu kommunizieren, dass der User heute z.B. keine Lust hat, endlose und aufgeblähte Texte zu lesen, auch wenn ihre Erstellung vor 10 Jahren teuer war.
    So entpuppt sich ein Relaunch machmal auch als echte Auseinandersetzung des Auftraggebers mit der eigenen Unternehmensphilosophie, seiner Zielgruppe, seinem eigentlichen Produkt oder Dienstleistung.
    Beste Grüße
    Mirzet

  8. Sehr gelungener Artikel. Mir gefällt vor allem, dass man eine genaue Übersicht über den Prozess eines Website Relaunches bekommt und Schritt für Schritt durch die einzelnen Phasen hindurchgeführt wird. Insbesondere ist dabei der Abschnitt „Projektablauf eines Website-Relaunchs“ hervorzuheben, welcher noch einmal alle Projektschritte auflistet und in sich erklärt.

  9. Der Relaunch ist immer schwierig aber dank euch konnte ich ein paar Probleme vermeiden. Danke für die gute Arbeit! War bestimmt zeitintensiv 😳

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Über den Autor

Martin Hahn ist Webdesigner, Dozent, Fachbuchautor und dreifacher Papa.
Seit vielen Jahren hilft er anderen effektivere Webdesigns zu erstellen – in Schulungen und mit Artikeln auf dieser Website.

Mehr über diese Website
und den Autor erfahren   →

Scroll to Top