User Experience Design – schaffe ein fesselndes Nutzererlebnis

Letztes Artikel-Update: 12. August 2022

Mit einem User Experience Design kreierst du eine überzeugende Erfahrung für deine Nutzer, gehst auf ihre Bedürfnisse ein und bewegst sie gezielt dazu, eine Handlung auszuführen.
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Als UX Designer hat das Nutzererlebnis für dich höchste Priorität. Wie interagieren deine Website-Besucher mit deiner Seite? Ein gelungenes UX Design ist die Schnittstelle zwischen deinem Unternehmen und deinem Nutzer. In diesem Artikel erfährst du alles zum Thema User Experience Design und lernst hilfreiche Strategien und Methoden kennen, die du für die Umsetzung einer überzeugenden UX benötigst.

UX Definition:
Was ist User Experience Design?

User Experience Design ist die Antwort auf eine große Herausforderung, vor der moderne Unternehmer heutzutage stehen – und wichtiger als je zuvor.

Übersetzt bedeutet User Experience (UX) nichts anderes als Nutzererlebnis. Beim User Experience Design geht es darum, deine Website so zu gestalten, dass deine User die bestmögliche Erfahrung damit machen.

Produkte und Dienstleistungen sind austauschbar geworden. Nahezu jede Marke ist online auffindbar, sodass die Nutzer mit einer riesigen Auswahl an Angeboten konfrontiert werden. Umso wichtiger ist es, dass du den Website-Besuch für deine User zu einem wahren Erlebnis machst. Damit bleibt diese Begegnung deinen Nutzern im Kopf und es ist deutlich wahrscheinlicher, dass daraus Kunden werden.

Das bedeutet, dass du die Perspektive wechselst und in die Bedürfnisse deiner Wunschkunden eintauchst. Stell dir die Frage:
Wie kannst du ein positives Erlebnis für deine Kunden schaffen?

Bedenke, dass deine Nutzer unterschiedliche Kontaktpunkte mit dir haben. Mit einem User Experience Design fällt es deinen Nutzern leicht, sich auf deiner Website zurechtzufinden und sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Im Umkehrschluss fällt es ihnen auch leichter, einen Kauf abzuschließen oder eine andere Handlung auszuführen.

User Experience Design auf Websites
User Experience Design auf Websites

Warum ist eine gute UX wichtig?

If you think good design is expensive, you should look at the cost of bad design.

Dr. Ralf Speth

Websites, die die User Experience in den Mittelpunkt rücken, sind überzeugend, gewinnen mehr Kunden und führen am Ende zu höheren Umsätzen. Du verlierst also potentielle Kunden, wenn du dich nicht um ein einwandfreies Nutzererlebnis kümmerst.

Ein reibungsloses Nutzererlebnis bringt den Nutzer an sein Ziel – und dich somit auch an dein Ziel. Denn du kannst deine User dazu motivieren, mit deinen Inhalten zu interagieren, Käufe abzuschließen oder Daten anzugeben.

Website und User Experience Design
Moderne Websites bieten oft, aber nicht zwangsläufig, eine hohe User Experience.

Wenn du dich wirklich mit der User Experience auf deiner Website auseinandersetzt, hast du anschließend Klarheit über folgende Punkte:

  • An welcher Stelle der Website springen Nutzer ab?
  • An welchen Punkten ist die Seite unlogisch oder verwirrend?
  • Kannst du es dem Nutzer noch leichter machen, an sein gewünschtes Ziel zu kommen?
  • Berücksichtigst du die Wünsche und Bedürfnisse deiner Kunden?
  • Sind deine Inhalte gut zu erfassen?
  • Wie kannst du das Vertrauen deiner Kunden gewinnen?

Die Antworten, die dieser Prozess dir liefert, sind wiederum die Basis für eine umfassende Optimierung deines Webdesigns.

Was UX NICHT ist  

UX ist nicht einfach ein schönes, großes und plakatives Design, welches sofort ins Auge fällt. Es ist keine Website, bei der Ästhetik im Vordergrund steht und ein Unternehmen seinen guten Geschmack beweisen kann. Ein User Experience Design muss nicht in erster Linie gut aussehen, sondern es muss Sinn machen. Beim UX ist die Optik zweitrangig. Und häufig ist ein ausgefallenes Design sogar hinderlich, denn in erster Linie muss eine nutzerzentrierte Website nur eine Sache erfüllen: die Bedürfnisse des Nutzers.

Die 5 Ebenen der User Experience

Ein gelungenes, funktionierendes User Experience Design besteht aus mehreren Ebenen. Dahinter steckt also noch viel mehr, als später auf der Website zu sehen sein wird. Damit du verstehst, wie sich ein gutes UX Design zusammensetzt, solltest du einen Blick auf die 5 Elemente der User Experience nach Jesse James Garrett werfen.

Sie helfen dir dabei, dein Webdesign von Anfang an richtig umzusetzen oder – wenn du schon eine Website hast – zu verstehen, auf welcher Ebene der UX aktuell Schwierigkeiten auftauchen.

Zu den 5 UX-Ebenen gehören:

  • Strategie
  • Umfang
  • Struktur
  • Raster und
  • Oberfläche

Diese UX-Ebenen bauen aufeinander auf und sind im Grunde auch von unten nach oben zu betrachten und zu bearbeiten.

Die 5 User Experience Design Elemente
Die 5 Ebenen der User Experience Design

Ebene 1:
Strategie – Nutzerbedürfnisse & Produktziele

Die Strategie-Ebene ist recht abstrakt, stellt aber die Grundlage für ein erfolgreiches UX Design dar. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen den Nutzerbedürfnissen und den Unternehmenszielen herzustellen.

Dabei stellt der UX-Designer folgende Fragen zur Zielgruppe:

  • Mit welcher Intention kommt der Nutzer auf die Website?
  • In welchem Zusammenhang setzt er sich mit den Inhalten auseinander?
  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Nutzer sich angesprochen fühlt?

Die Antworten helfen dir, ein Verständnis für deine Zielgruppe zu entwickeln und zu verstehen, welche Kriterien die Designelemente später abdecken müssen.

Gleichzeitig musst du dir aber auch Fragen zu deinem Unternehmen bzw. Produkt stellen:

  • Welche Ziele verfolgst du?
  • Wie kannst du den Erfolg für deine Ziele messen?
  • Welchen Stellenwert nimmt das Produkt in deinem Unternehmen ein?

Ebene 2:
Umfang – Funktionen und Inhalte priorisieren

Die Ziele und Bedürfnisse, die du in der Strategie-Ebene definiert hast, geben die Inhalte und Funktionen vor, die deine Website benötigt.

Auf der Umfang-Ebene arbeitest du einen konkreten Rahmen und technische Voraussetzungen aus. Deine Inhalte und Funktionen kannst du nach Prioritäten ordnen, wobei wichtige Funktionen ganz oben stehen und alle anderen sich unterordnen.

Plane anschließend, welche Inhalte – Texte, Bilder, Videos etc. – du in welchem Umfang benötigst.

Ebene 3:
Struktur – Interaktionsdesign & Informationsarchitektur

Auf der Struktur-Ebene konkretisierst du deine Inhalte und Funktionen und strukturierst sie.

Du setzt dich damit auseinander, wie die Benutzer auf eine bestimmte Seite kommen und wohin sie von dort aus klicken können bzw. wohin du sie führen möchtest. Die Struktur-Ebene legt fest, wie verschiedene Seiten miteinander verbunden sind, um das Nutzererlebnis zu verbessern.

Nach der Struktur-Phase kennst du deine Informationshierarchie, deine Sitemap und die zentralen Schritte, über die die Inhalte miteinander verbunden sind.

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Die Navigation ist das wichtigste Element der Informationsarchitektur und somit auch sehr wichtig für die Nutzungserfahrung der Website.

Ebene 4:
Raster – Informationsdesign, Interface Design & Navigation

Finde ein grobes Raster für die Platzierung von Elementen und entwickle eine visuelle Hierarchie.

Du entwirfst ein Raster und legst fest, wie Bilder, Texte und Schaltflächen angeordnet und gruppiert werden. Welche Elemente möchtest du absichtlich hervorheben? In den meisten Fällen sticht der Kaufen-Button besonders ins Auge. Die Platzierung deiner Elemente sollte nicht zufällig sein, weshalb es wichtig ist, dass du ein sinnvolles Raster ausarbeitest.

Webdesigner wenden für diese Darstellung häufig Wireframes an.

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Eine klare visuelle Hierarchie setzt Schwerpunkte und lenkt den Blick des Besuchers.

Ebene 5:
Oberfläche – Visual Design

Die Oberfläche umfasst Farben, Schriftarten, Schaltflächen, Bilder, Graphiken, Texte, Videos und mehr. Du gestaltest die Elemente so, dass sie nicht nur gut aussehen, sondern deinen User abholen und überzeugen. Damit erzeugst du das sogenannte „Look and Feel“ deiner Marke, das darüber entscheidet, ob ein Nutzer sich gerne auf deiner Seite aufhält oder abspringt.

Jedes Element platzierst du so, dass es alle untergeordneten Ebenen berücksichtigt. So erleichterst du dem Benutzer die Navigation (Struktur- und Raster-Ebene) und deckst die Bedürfnisse des Nutzers und die Unternehmensziele ab (Umfang- und Strategie-Ebene).

Leider sprechen viele Menschen hauptsächlich über die Oberfläche, wenn sie über UX sprechen. Die Oberfläche ist zwar ein wichtiges Element des User Experience Designs, aber sie ist eben nur ein Element von vielen.

Die 5 User Experience Design Elemente
Die 5 Ebenen der User Experience Design mit ihren Aufgaben

UX Designprozess – von der Website zum Erlebnis 

Mit dem passenden UX Designprozess schaffst du einen guten Rahmen und kannst unterschiedliche Methoden nutzen. Ich erkläre dir, wie der Prozess abläuft:

Der User Experience Designprozess
Der User Experience Designprozess

Schritt 1: Strategie – das Unternehmen verstehen

Beim UX Design geht es nicht um die reine Optik, sondern um eine nachhaltige Unternehmensstrategie.

Der UX-Designprozess beginnt mit einer intensiven Strategie- und Planungsphase. So stellst du sicher, dass alle Beteiligten die gleichen Ziele anstreben.

Zuerst klärst du folgende Punkte:

  • Hinterfrage die Unternehmensziele und das Konzept sowie den Zweck des Produkts. Erstelle ein Wertversprechen, um den Mehrwert des Produktes herauszuarbeiten. Ermittle die Wettbewerbsvorteile.
  • Beurteile den Projektbedarf und kläre, welche Informationen und Schritte es noch braucht, damit das Projekt erfolgreich läuft.
  • Definiere die Ziele und woran der Erfolg der Ergebnisse bemessen wird. Es ist wichtig, sowohl die Ziele der Nutzer als auch die des Unternehmens in Einklang zu bringen.
  • Lege Erwartungen und einen realistischen Zeitplan fest.

Bei der Projektplanung helfen dir diese Methoden, um den aktuellen Stand des Produkts zu verstehen:

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Analyse Audit

Mit einem Analyse-Audit kannst du herausfinden, welche Bestandteile der Website aktuell weniger gut bei den Nutzern ankommen. Du analysierst die Konversionsraten und andere Metriken, um nachzuvollziehen, wo und weshalb Nutzer abspringen. An diesen Punkten sollte das Nutzererlebnis verbessert werden, um höhere Conversion Rates zu erzielen. Mit A/B-Tests kannst du nachvollziehen, welche Designänderung die UX verbessert.

Content Audit

Bei einem Content Audit führst du eine Bestandsaufnahme und Bewertung des Inhalts durch. Es geht darum, dass du alle Inhalte auf einer Website erfasst und Stärken und Schwächen herausarbeitest. Dadurch kannst du Prioritäten setzen, welche Inhalte im Rahmen des User Experience Designs überarbeitet werden sollten. Außerdem entdeckst du doppelte, veraltete oder ausbaufähige Inhalte.

Werteversprechen

Ein Werteversprechen ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte deines Produkts. Worum geht es? Für wen ist es geeignet? Welche Vorteile bietet es? Damit entwickelst du eine Basis für das Verständnis des Produktes als Ausgangspunkt für künftige Designentscheidungen.

Konkurrenzanalyse

Richte deinen Blick nach links und rechts und analysiere, wer in deiner Branche am Markt vertreten ist. Bewerte die Stärken und Schwächen deiner potentiellen Mitbewerber. Dabei erkennst du, welche Funktionen auf deren Websites gut funktionieren und welche du für deine eigene Seite übernehmen solltest. Du verstehst die Standards in deiner Branche und entdeckst neue Trends frühzeitig.

Schritt 2: Research – den Nutzer verstehen

Beim User Experience Design geht es um keinen geringeren als den User. Deshalb ist es entscheidend, dass du seine Bedürfnisse verstehst. Bevor du Design-Entwürfe erstellst, solltest du nach den Problemen, Wünschen, Zielen und Ängsten der Zielgruppe recherchieren. Das hilft dir dabei, ein tiefgreifendes Verständnis für deine User zu entwickeln und dein UX Design danach auszurichten.

Es gibt verschiedene UX-Methoden, die du in dieser Phase einsetzen kannst. Einige davon findest du hier:

Personas

Bei einer Persona handelt es sich um eine fiktive Figur, die deine Zielgruppe repräsentiert. Personas erleichtern es dir, dich während des gesamten Designprozesses in deine Wunschkunden hineinzufühlen. Die besten Personas erstellst du auf der Grundlage von ausführlichen Nutzerinterviews und Daten von echten Nutzern. Sammle so viele Informationen wie möglich. Hier erfährst du mehr über die Zielgruppenanalyse und die Erstellung von Personas.

Persona Beispiel
Eine Persona hilft dabei den User besser zu verstehen.

Umfragen

Eine Umfrage ist eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, um den Grad der Nutzerzufriedenheit auf deiner Website zu messen und wertvolle Daten von echten Nutzern zu sammeln. Du erreichst in der Regel eine große Anzahl an Usern.

Use Cases

In einem Use Case (Anwendungsfall) beschreibst du schriftlich, wie die User bestimmte Anwendungen auf deiner Website ausführen sollen. Jeder Fall gibt die Abfolge einfacher Schritte wieder, die mit dem Ziel des Benutzers beginnen und enden, wenn er sein Ziel erreicht hat.

Empathie Map

Wenn du deine Persona definiert hast, weißt du in etwa, wie sich deine Zielgruppe auf eine Person herunterbrechen lässt. Bei einer Empathie Map gehst du in die Tiefe und konzentrierst dich auf die innere Gefühlswelt deiner Wunschkunden. Für jede Persona erstellst du eine eigene Empathie Map. Du beantwortest Fragen wie: Was sieht oder hört sie im Laufe des Tages? Welche Gedanken und Gefühle kommen immer wieder hoch? Welche Sorgen plagen sie und wodurch wird deine Persona immer wieder motiviert? Wie verhält sie sich, wie spricht sie? Du findest heraus, welche Schmerzpunkte es im Leben deiner Persona gibt und nach welcher Lösung sie dafür sucht.

Schritt 3: Design & Content – Nutzererlebnis planen

Wenn du die Nutzerreise – also die Costumer Journey – planst, überlegst du dir, wie ein Kunde vom ersten bis zum letzten Kontakt mit deinen Inhalten interagiert. Bei der Ausarbeitung eines Website-Konzepts skizzierst, gestaltest und konzipierst du mehrere Alternativen.

Damit meisterst du diese Schritte:

  • Strukturierung von Inhalten und Funktionen
  • Definition von Hierarchien und Ebenen
  • Gestaltung der Sitemap
  • Entwicklung der Navigation
  • Definition der Suchfunktion, -ergebnisse und des -filters
  • Festlegung der Inhalte für die responsive Varianten
  • Bestimmung der Nutzerwege

Einige Methoden, die du dir dafür zunutze machen kannst, findest du hier:

Moodboard

Deine Website soll ein bestimmtes Gefühl bei deinen Nutzern wecken, weshalb deine Website eine konkrete Stimmung ausdrücken muss. Um erste Ideen zu sammeln, in welche Richtung es mit dem Design später einmal gehen soll, kannst du ein Moodboard erstellen.

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Moodboards und Stylescapes zeigen die Designrichtung auf.

Wireframe

Ein Wireframe ist ein visueller Leitfaden, der die Struktur deiner Seite sowie die Hierarchie ihrer Schlüsselelemente vorgibt. Wireframes kannst du entweder auf einem Blatt Papier skizzieren oder digital erstellen. Wichtig ist, dass du dabei noch keine Schriften oder Farben definierst, sondern dich auf das reine Layout konzentrierst.

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Wireframes liefern die so Seitenstruktur, ein wichtiges Element für die User Experience.

Mockups

Wenn du mit einem Wireframe die reine Anordnung der Elemente festgelegt hast, kannst du dieses Layout mit einem Mockup befüllen. Du entwickelst das visuelle Design – dazu gehören Farben, Schriften, Icons und Bilder.

Design-Konzept-Webdesign-Template

Storyboards

Mit einem Storyboard veranschaulichst du deine Designlösung und die Nutzerreise auf deiner Website. Entwirf ein klares Storyboard, das die User Experience von Anfang bis Ende zeigt.

Prototyping

Ein Prototyp ist eine beinahe realistische Darstellung des Endergebnisses. Das Ziel eines Prototyps ist es, dass du das Ergebnis vorab testen kannst, bevor du viel Zeit und Geld in die finale Ausarbeitung steckst. Der Prototyp vermittelt einen Eindruck davon, wie der Benutzer mit der Seite interagieren wird.

Sketches und Skizzen

Skizzen sind eine minimalistische Zeichnung, mit der ein Designer seinen Entwurf veranschaulicht. Du kannst damit schnell und einfach Ideen festhalten und dir dazu Feedback einholen, welcher Entwurf weiterverfolgt werden soll.

User Flow Map

In einer User Flow Map hältst du die verschiedenen Wege und Interaktionen eines Nutzers visuell fest. Du findest heraus, wohin du den Nutzer in jeder Phase leiten kannst und wie du ihn am besten zum gewünschten Ziel bringst. Die Karte zeigt dir chronologisch, wie der Nutzer mit deiner Seite interagiert und welche Berührungspunkte er zu welchem Zeitpunkt hat.

User Stories

Bei den User Stories beschreibst du den Zweck der Website einmal aus Nutzersicht. Du wechselst also die Perspektive und beschreibst als Nutzer, was du auf der Seite suchst und zu welchem Zweck du das möchtest. Mit der Nutzererzählung legst du in einem Satz fest, welche Anforderung es im Kern zu erfüllen gilt.

Schritt 4: Umsetzung – Prototypen entwickeln

Einen klickbaren Prototyp des Designs entwirfst du erst, wenn die Planung abgeschlossen ist. Dieser zeigt dann schon das fertige Produkt.

Originalgetreue Prototypen

Ein originalgetreuer Prototyp ist so nah am endgültigen Design wie möglich. Er dient der Durchführung von Usability-Tests oder zur finalen Freigabe des Kunden.

Interaction Design

Für ein Interaktionsdesign entwirfst du eine ansprechende Benutzeroberfläche, bei der getestet wird, wie Nutzer mit ihr interagieren können.

Schritt 5: Testen & evaluieren

In der letzten Phase wird der Prototyp mit den Nutzern getestet, um sicherzustellen, dass ihnen das Design wirklich dabei hilft, ihre Ziele zu erreichen (User Testing). Außerdem erkennst du damit, ob dass das Ziel effektiv, effizient und zufriedenstellend erreicht wird.

Die Ergebnisse evaluierst du und nimmst ggf. Anpassungen am Design vor. Diese Schritte wiederholst du, bis das Design laut User Testing wirklich benutzerfreundlich und sinnvoll ist.

Methoden für die User Tests sind:

  • KPIs
  • A/B-Tests
  • Google Analytics
  • User Feedback
  • Benutzergespräch

Abschließend hältst du Elemente, wie Buttons, Formulare etc. in einem UI-Kit fest. Die Daten übergibst du an den Programmierer, mit dem du idealerweise schon über den gesamten Prozess in Kontakt stehst. Spätestens nach dem letzten Test übergibst du das Design für die Umsetzung.

Der User Experience Designprozess
Der User Experience Designprozess mit den Methoden

Die Erfolgsfaktoren des User Experience Designs

Die UX ist ein Prozess. Und damit deine Nutzer diesem Prozess folgen und du sie nicht auf dem Weg verlierst, solltest du diese Erfolgsfaktoren immer im Auge behalten:

Business Analyse und User Research

Ein erfolgreiches UX Design holt deinen Nutzer da ab, wo er aktuell steht. Es führt ihn an das angestrebte Ziel. Um zu wissen, wobei es sich beim Ausgangspunkt und Ziel handelt, ist eine ausführliche Analyse notwendig. Diesen Faktor solltest du auf keinen Fall unterschätzen.

Du kannst das Nutzerverhalten auswerten, deine Zielgruppe befragen oder Studien heranziehen. In jedem Fall solltest du ausführlich über deine Wunschkunden recherchieren, denn nur so bringst du deine Unternehmensziele mit denen deiner Zielgruppe in Einklang.

Informationsarchitektur

Lege deine Informationsarchitektur so aus, dass relevante Inhalte für deine Nutzer so einfach wie möglich zugänglich sind. Die Hierarchie sollte nachvollziehbar sein, damit die Suche nach Informationen nicht lange dauert. Weniger relevante Informationen kannst du hingegen niedriger priorisieren.

Benutzerfreundlichkeit

Hinterfrage, wie benutzerfreundlich dein Design ist. Gehe immer von einem Nutzer mit keinerlei Vorwissen aus. Würde er sich zurechtfinden? Gibt es Schritte, die du ihm abnehmen kannst? Lieferst du ihm alle Informationen, die er braucht?

Accessibility

Leider ist nicht jede UX-Website barrierefrei. Accessibility bedeutet, dass deine Seite von Nutzern mit den unterschiedlichsten Vorkenntnissen und Fähigkeiten genutzt werden kann. Es bedeutet ebenfalls, dass du auch Nutzern mit bspw. körperlichen Einschränkungen einen Zugang zu deiner Seite verschaffst.

Psychologie und UX Gesetze

Die Psychologie deiner Zielgruppe ist komplex. Simple Fragen helfen dir dabei, die Gedanken und Gefühle des Nutzers besser nachvollziehen zu können:

  • Aus welcher Motivation besucht er deine Seite?
  • Wie fühlt er sich dabei?
  • Welche Erwartungshaltung hat er an dein Produkt?
  • Wie viel Arbeit muss er leisten, um an sein Ziel zu gelangen?
  • An welchem Punkt benötigt er Hilfe?

Mehr darüber, wie du psychologische Grundsätze im Webdesign anwendest, erfährst du hier: Die 25 UX-Gesetze für ein wirksameres Webdesign.

Copywriting

Dein Inhalt muss das Interesse der Nutzer wecken und sie unterhalten. Damit deine Texte benutzerfreundlich und ansprechend sind, solltest du sie direkt und einfach auf den Punkt bringen. Frage dich: Sagst du dem Nutzer, was er zu tun hat? Motivierst du ihn, sein Ziel zu erreichen? Ist dein Text klar, funktional und direkt?

UI Design & Interaktionsdesign

Auch wenn sich UX-Designer weniger mit dem Stil und eher mit der Funktionalität einer Website befassen, solltest du nicht außer Acht lassen, dass sich dein Nutzer doch wohlfühlen muss. Erweckt dein Design Vertrauen? Funktioniert es ohne Worte? Kann der Nutzer mit allen Inhalten interagieren? Sprechen die Farben und Schriften deine Zielgruppe an?

Core Web Vitals

Google gibt Core Web Vitals vor, an denen sich ablesen lässt, wie benutzerfreundlich eine Website ist. Die Core Web Vitals sind:  

Largest Contentful Paint (LCP):
Die Geschwindigkeit, in der die Hauptinhalte geladen sind.

First Input Delay (FID):
Die Reaktion deiner Website nach der ersten Interaktion des Users.

Cumulative Layout Shift (CLS):
Die visuelle Stabilität und Verschiebungen im Layout deiner Seite (bspw. durch Werbebanner).   Mit diesen festen Metriken kannst du deine Website eindeutig bewerten.

Erfahre hier mehr: Core Web Vitals: Googles Maßstab für die Page Experience

UI und UX – das ist der Unterschied

UX steht für User Experience und UI für User Interface. Die Grenze zwischen diesen beiden Disziplinen ist natürlich fließend, dennoch gibt es einen Unterschied zwischen UX und UI.

Ein UX-Designer schafft ein interaktives Erlebnis. UX bezieht sich darauf, wie sich die Anwendung für den Benutzer anfühlt – ob es ihm leicht oder schwerfällt, einen Prozess durchzuführen. Sein wichtigstes Tool dafür sind die Wireframes. Mit ihnen legt er eine visuelle Hierarchie fest und stellt den gesamten Inhalt einer Website oder App dar. Wireframes verdeutlichen, wie eine Website funktionieren wird, und sie helfen, komplexere Herausforderungen zu durchdenken.

Diesen Rahmen, den der UX-Designer festlegt, befüllen die UI-Designer später mit Emotionen und Kontext. Sie erwecken die Inhalte zum Leben, verfeinern die Hierarchien.

UX-DesignerUI-Designer
verbessert die Interaktion der Nutzer mit der Seiteführt den Nutzer schneller an sein Zielentwickelt eine Produktstrategieentwickelt und testet Inhalte analysiert und bedient die Nutzerbedürfnisseberücksichtigt visuelle und interaktive Elementeentwirft Typographie, Farbpalette, Icons, Schaltflächen etc.führt den Nutzer visuell durch die Seiteweckt die Emotionen der Nutzersorgt für ein harmonisches Markenbild

In der Regel muss ein UX-Designer die gesamte Customer Journey abbilden, um an ein bestimmtes Ziel zu gelangen. Der Großteil seiner Arbeit besteht darin, die Herausforderungen der Nutzer zu verstehen und zu lösen. UI-Designer dagegen berücksichtigen alle Aspekte der visuellen Elemente. Sie achten darauf, dass alles gut lesbar ist, die Farben harmonieren und die Nutzer sich wohlfühlen.

User Experience Designer vs. User Interface Designer
User Experience Designer vs. User Interface Designer

Die andere Seite: Wann ist es zu viel UX?

User Experience Design funktioniert. Aber begeistert es auch? Hier scheiden sich die Geister. Denn auf der einen Seite gelangen die Nutzer durch UX Design definitiv an ihr Ziel, auf der anderen Seite empfinden sie dabei nicht viel, weil Emotionen bei diesem Design zweitrangig sind.

Im UX Design werden Inhalte und Funktionen oft in ähnlichen Mustern angeordnet, damit die Nutzer sich an wiedererkennbare Muster gewöhnen. Es fehlt Individualität. Bevor du ein UX Design für dein Unternehmen umsetzt, solltest du dir also die Frage stellen, was genau du erreichen möchtest.

Um das herauszufinden, stelle dir einmal die Frage:
Kann ich es mir leisten, NICHT in User Experience Design zu investieren?

Das mag sein, wenn deine Marke bereits einen großen Bekanntheitsgrad erlangt hat oder deine Kunden ein ausgefallenes Design von dir erwarten. Wenn du den Nutzer rational zu einer Handlung bewegen möchtest, Käufe und Umsätze generieren willst, dann ist UX Design aber definitiv die richtige Wahl.

Bewertungsergebnis: 4.9 / 5. | Anzahl der Bewertungen: 40

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Über den Autor

Martin Hahn ist Webdesigner, Dozent, Fachbuchautor und dreifacher Papa.
Seit vielen Jahren hilft er anderen effektivere Webdesigns zu erstellen – in Schulungen und mit Artikeln auf dieser Website.

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