Kundenaussagen, die kein Webdesigner hören will…

Letztes Artikel-Update: 13. September 2021

Es gibt diese Sprüche von Kunden, die man als Webdesigner oder Internet-Agentur nicht hören mag. Die „besten“ habe ich für dich zusammengestellt, vielleicht erkennst du dich und deine Kunden wieder…
4.8
(74)

Du kennst das!

Kundenaussagen, die dich erschrocken, verunsichert, zweifelnd, gar verzweifelt zurücklassen…

Manchmal gibt es Sprüche von Kunden, die einen Webdesigner zur Weißglut bringen können. Diese sind nicht bösartig gemeint, sondern entstehen oft aus Unwissenheit oder unrealistischen Erwartungen (die ja aus ersterem entstehen).

Und oft sind wir Dienstleister (was ein Webdesigner ja ist) von solchen Aussagen ja auch nur genervt, weil wir diese immer wieder hören. Immer wieder von unterschiedlichen Kunden, gerne auch in leicht abgewandelter Form, in der Kernaussage aber gleichbleibend. Und irgendwann kann man diese eben nicht mehr hören…

Ich habe einmal eine (subjektive) Sammlung von Kundenaussagen zusammengetragen, die ich (leider) immer wieder höre und die ich am liebsten nicht mehr hören will. Vielleicht (vermutlich) hast du dabei das ein oder andere Déjà-vu-Erlebnis.[Achtung: Artikel kann Spuren von Ironie enthalten! ]


„Ich möchte nur was ganz Einfaches/Schlichtes, nichts Wildes.“

Sehnen wir uns nicht alle nach mehr Einfachheit in dieser komplexen Welt?
Unsere Kunden auch. Auch bei Webprojekten.

Etwas ganz Einfaches, soll hier meistens heißen, dass es keine wilden Animationen oder sonstige technische Spielerein geben soll.
Dass kein grafischer Schnick-Schnack vorkommen soll.
Dass die Inhalte schnell selber angepasst werden können.

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Im Endeffekt also:
eine schlichte, gut zu bedienende, auf das wesentliche reduzierte Seite, deren Benutzung einfach ist und deren Inhalte sich unkompliziert selber ändern lassen können.

Also so ungefähr das Aufwendigste, was geht!

Das Einfache kompliziert zu machen ist alltäglich;
das Komplizierte einfach zu machen, schrecklich einfach,
das ist Kreativität.
Charles Mingus (amerikanischer Jazz-Musiker und Komponist)

„Ich möchte nur was ganz einfaches“ ist häufig das Aufwendigste.


„Wie komme ich bei Google ganz nach oben.“

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Jetzt sollte eigentlich ein lange Monolog folgen, nach welchen Kriterien der Suchmaschinenriese indiziert und mit welchen Maßnahmen man weit nach oben kommen kann. Aber den spare ich mir 😉 (wer mehr wissen will, findet hilfreiche Infos bei Farbentour).

Jeder will ja „bei Google weit nach oben“. Mal eben schnell, geht das schon gar nicht (bitte keinen Widerspruch von Online-Marketern in den Kommentaren dazu). Da es eben alle wollen (und viele auch versuchen), ist es eben umso schwieriger.

„Es weit nach oben“ zu schaffen, ist vor allem das Ergebnis von geplantem und kontinuierlichem Online-Marketing. Dazu gehört die technische Umsetzung der Website, erst Recht die Inhaltserstellung und dann die Vermarktung über andere Kanäle und die regelmäßige Aktualisierung der Inhalte.

Es ist also vor allem eine Frage der Zeit, der Ausdauer und des Budgets.

„Wie komme ich bei Google ganz nach oben?“
„Schönes Wetter heute.“


„Ich habe da schon mal was entworfen.“

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Mein Job ist es, Websites zu gestalten. Wenn der Kunde dann schon mal was entworfen hat, schwankt es bei mir zwischen Freude und Entsetzen.

Ein Kunde, der schon genauere Vorstellungen hat, ist häufig hilfreich, weil man nicht bei „Null“ anfängt. Man lernt dann schnell, was der Kunde für Vorstellungen hat, was ihm gefällt und wohin die Reise gehen soll.

Wenn dann aber dann die Powerpoint-Datei zugeschickt wird mit dem „Design“-Entwurf, ist es mit der Freude auch schnell wieder vorbei.

All die jahrelangen mühsam erworbenen Vorstellungen, wie ein schönes und modernes Screendesign auszusehen hat, sind dann hier garantiert nicht vorhanden.

Hier dem Kunden am besten sagen „Mach du deinen Job, ich mache meinen.“

Ok, im Ernst: Hier hilft es dann nur mit viel Feingefühl, die gestalterischen Gehversuche des Kunden zu akzeptieren und die für sich doch irgendwie hilfreichen „Stellen“ herauszusuchen. Vielleicht ist doch eine „nette“ Farbe dabei oder die Anordnung der Inhalte ist schon ausgefeilt oder…

Für alle Powerpoint-Freunde:
„Ich habe da schon mal was entworfen.“


„Bis gestern.“

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Ok, vielleicht sollte man die Frage nach einem Wunsch-Fertigstellungstermin auch gar nicht stellen.

Diese Aussage soll demonstrieren: „Wir haben es sehr sehr eilig, behandeln sie unser Projekt mit der größten Priorität“. Soweit der Wunschgedanke des Kunden.

Wenn diese Aussage aber ernst gemeint ist (was sie meistens ist), dann spricht sie eher für eine schlechte Zeitplanung kundenseitig.

„Bis gestern“ bedeutet ja eigentlich „Wir haben es total verpennt, sie müssen für uns die Kohlen aus dem Feuer holen“.

„Bis gestern“ wird in neudeutsch auch gerne „asap“ genannt, also so schnell wie möglich, wobei hier allerdings etwas weniger Druck vorhanden ist.

Den Höhepunkt der „Bis gestern“-Aussage ist dann das anschließende Grinsen des Kunden, weil er um die Unmöglichkeit diese Forderung weiß und sie doch ernst meint…

Auf jeden Fall sollte man bei solch einer Kundenaussage das altbewährte Projektdreieck hinzuziehen, welches das Verhältnis von Zeit, Qualität und Kosten widerspiegelt. Das Projekt sehr schnell umzusetzen, bedeutet also geringere Qualität oder erhöhte Kosten. Mal schauen, was der Kunde dazu sagt…

Yesterday, all my troubles seemed so far away.


„Das habe ich schon billiger gehört.“

Ja, vermutlich gibt es sogar viele „Webdesigner“ und „Internetagenturen“, die es billiger anbieten, und vielleicht sogar auch günstiger.

Aber hier kommt das Preis-Leistungs-Verhältnis ins Spiel. Was genau bekomme ich für diesen Preis?

Die angebotene Leistung und deren Qualität ist für viele Kunden schwer/kaum einzuschätzen. Da mag dann ein kleinerer Preis schnell sehr attraktiv wirken und die erste Entscheidungsgrundlage sein.

Kundenaussagen, die kein Webdesigner hören will… 5

Was man dagegen tun kann? Aufklären!

Welche Leistung wird genau geboten, was bedeutet es bestimmte qualitative Eigenschaften zu haben – oder eben nicht. Und das hat dann seinen Preis.

„Das habe ich schon billiger gehört“ – und vermutlich auch günstiger.


„Meiner Frau gefällt das Blau nicht.“

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Ja, Geschmäcker sind verschieden. Zum Glück.

Wenn der Geschäftsführer zu einem schon (fast) abgenommenem Screendesign beim nächsten Meeting erwähnt, dass am Projekt nicht unmittelbar Beteiligte optisch andere Präferenzen haben, dann… läuft etwas verkehrt. Erst recht, wenn das Design dann deswegen überarbeitet werden muss.

„Design by committee“ ist selten eine gute Idee.

Auf die Kompetenzen und Erfahrungen des Designers und die Entscheidungsfähigkeit des Projektverantwortlichen auf Kundenseite sollte man dann schon vertrauen.

Kann man das so bringen?
„Meiner Frau gefällt das Blau nicht.“
„…und mir Ihre Frau nicht.“


„Die Texte schreibe ich schnell selber.“

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Ja, Content is king!
Und nein, Texte schreibt man nicht schnell mal selber!

Seien wir ehrlich:
Die Besucher kommen nicht wegen des schönen Designs oder weil die Seite so schnell lädt und responsiv ist. Sie kommen wegen der Inhalte.

Das heißt bei 99% der Websites wegen der Texte.

Wurde jetzt schon das gesamte Budget für die Erstellung der Website ausgegeben, dann bleibt für die Texte eben nur das Selberschreiben übrig. Vielleicht besteht aber auch gar kein Gefühl dafür, dass das Texten auch besser einem Profi überlassen werden sollte.

Sicherlich, es muss nicht zwangsläufig ein professioneller Texter übernehmen. Auch intern beim Kunden mag es Mitarbeiter geben, die gut Texten können. Dazu den Vorteil haben, dass sie ihre Kunden und die Materie schon kennen und vielleicht sogar viel persönlicher und authentischer schreiben können.

Aber eines geht eigentlich nie: mal eben schnell schreiben.

Texte für eine Website zu schreiben (gilt für alle anderen Werbematerialien auch), braucht Zeit und Muße. Für eine schnell mal zweistellige Zahl an Unterseiten braucht es diese einfach.

Auch hier hilft nur Aufklärung und Beratung von Anfang an: Gute Texte brauchen Zeit, egal wer sie schreibt.

„Die Texte schreibe ich schnell selber.“
„Nein, tust du nicht. Gute Texte brauchen Zeit, egal wer sie schreibt.“


„Irgendwas fehlt noch.
Was genau weiß ich auch nicht.“

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„…Sie sind der Webdesigner/Profi/Experte. Ihnen fällt bestimmt noch was ein!“

Tja, viel konkreter geht es kaum.

Baustellen kann man nun viele aufmachen. Es ist ja kein Problem, wer in der Materie nicht zuhause ist, tut sich oft schwer mit konkreterem Feedback. Aber die eigene Unfähigkeit und Unwillen abzuwälzen, ist dann auch ungünstig.

„Da fehlt noch was.“

„Ja, qualifiziertes Feedback!“


„Wir haben leider nicht so ein großes Budget.“

Kundenaussagen, die kein Webdesigner hören will… 9

Bester Einstieg in die Projektbesprechung.

Wenig Budget heißt (meistens) wenig Gegenwert. Die Frage ist halt, was einem die Leistung wert ist.

Unsere Aufgabe ist es herauszubekommen, warum vielleicht wenig Budget zur Verfügung steht und was man mit dem Wenigen am besten erreichen kann.

„Wir haben nicht viel Budget.“
„Und ich habe nicht viel Leistung.“


„Es können dann auch viele weitere spannende Projekte folgen.“

Aber nur, wenn das erste Projekte gut lief und vor allem: wenn das erste Projekte sehr günstig angeboten wurde. Aber danach folgende dann ganz viele, ganz tolle Projekte. Mit dem Problem, dass man günstig angefangen hat und dann kaum das Budget bei kommenden Projekten stark anheben kann.

Und wer weiß, ob und wann welche Projekte überhaupt folgen.

Nicht selten sind solche Aussagen eine Art „Fänger“, dass der Auftraggeber ein günstiges Angebot bekommt.

Es wird aber anders herum ein Schuh draus: Wenn man schon erste Projekte zusammen erfolgreich umgesetzt hat, dann kann man gerne mal ein weiteres Projekt günstiger anbieten (oder eine Zusatzarbeit auf Kulanz) machen – sozusagen Rabatt geben. Aber es gibt kein Rabatt auf die erste Bestellung. Im Schuhladen heißt es gerne mal: „Auf das dritte Paar gibt es 50%“. Richtig, auf das dritte (!) Paar Schuhe, nicht auf das erste!

Nicht das erste Projekt wird rabattiert,
sondern das vierte, fünfte…


„Wir haben (noch) keine Texte, fangen Sie schon mal mit dem Design an.“

Design ohne Inhalte – selten eine gute Idee. Außer wir machen freie Kunst. Machen wir aber nicht.

Ohne Konzept oder zumindest eine Inhaltsstruktur (wie Wireframes), ohne ein Moodboard oder Stylescape, also ohne erste inhaltliche und gestalterische Vorgaben brauchen wir mit dem Design auch nicht anfangen. Das ist Arbeiten im luftleeren Raum. Design ohne die richtigen Inhalte ist selten eine gute Idee, warum erfährst du ausführlicher hier: Content vs. Design – Was nun „first“?

Die Texte müssen ja noch nicht fertig sein, aber völlig ohne diese eben genannte Struktur, macht es keinen Sinn. Konzept, Inhalte/Inhaltsgrobstruktur, Design – das ist der Ablauf. Das wird auch hier gut erklärt: Der Workflow im Responsive Webdesign.

„Fangen Sie schon mal mit den Texten an,
dann weiß ich auch, was ich zu gestalten habe.“


„Das ist noch Freiraum, da kann noch was hin.“

Du hast das Design hübsch gemacht, die Inhalte mit einer klaren visuellen Hierarchie gestaltet, die Seite entfaltet ihre Wirkung, es wirkt alles harmonisch und einheitlich … und dann entdeckt der Kunde, den vor dir extra freigelassenen Raum.

Leerraum, Weißraum – das ist eigentlich was tolles im Design. Denn gerade dieser Raum gibt den anderen Elementen und Inhalten die Möglichkeit sich entfalten zu können. Für den Kunden ist es aber zu oft ungenutzer Raum. Platz, in den noch weitere Inhalte stehen könnte, man hat ja so viel mitzuteilen…

Ich muss aber gestehen, ich liebe Weißraum! Für mich gibt es kaum ein wirkungsvolleres, mächtigeres Gestaltungsinstrument. Ich erlebe auch immer wieder das Gegenteil: zu viele Inhalte auf zu engem Raum zu markant gestalten zu wollen. Wenn aber alles aufmerksamkeitsstark gestaltet ist, ist nichts mehr wichtig. Die Elemente heben sich dann gegenseitig in ihrer Wirkung auf. Und genau da kann Leerraum Prioritäten setzen.

Genau deswegen heißt es Freiraum, weil er frei bleibt!


„Wo genau haben Sie ihr Büro?“

Ups, wir oft will mich der Kunde denn besuchen kommen? Oder soll ich jeden morgen erstmal aufn Kaffee vorbei und die neuesten Entwicklungen an der Website vorstellen?

Ich kann den Kundenwunsch ja verstehen, irgendwie klingt es beruhigender, wenn der Webdesign in der Nähe ist, so dass man sich bei Bedarf schnell mal treffen kann. Nur wie oft bitte trifft man sich in der Entwicklung der Website?

Ich handhabe das meistens so: nach einem virtuellen Kennenlernen und dem folgenden Angebot samt Auftragsbestätigung gibt es ein längeren längeren Konzeptions-Workshop, meistens vor Ort beim Kunden. Und danach verschwinde ich im meinem Kämmerlein und zimmere die Website – immer im regelmäßigen Austausch mit dem Kunden. Aber um Farbharmonien, die Benennung der Navigationspunkte, die Gestaltung des Footer usw. zu besprechen, dafür muss man sich nun wirklich nicht mehr vor Ort in einen Raum zusammenschließen. Mail, Telefon, Video-Konferenzen ersetzen dies vollumfänglich. Und spätestens durch Corona hat das Zusammenkommen mehrerer Personen in einem Raum eh ein „Geschmäckle“.

Und wann man sich doch ein-, zweimal treffen möchte/muss, dann kann man das dank Bahn auch gut über längere Distanzen organisieren.

Es ist eigentlich egal, ob der Webdesigner in Bali, Buxtehude oder Berlin sitzt – solange er gute Arbeit macht!


„Richten Sie uns noch die E-Mails ein?“

Oder das WLAN, oder Windows, oder die Word-Absatzformate, oder…

Ein Webdesigner ist kein ITler. Und wäre er ITler, wäre er kein Webdesigner. Hast du mal eine Website, bzw. ein Screendesign eines ITlers gesehen? Na gut, anderes Thema… 😉

Klar, kann auch der Webdesigner sich, bspw. wenn der Kunde eine (neue) Domain bekommt, auch um die Einrichtung der E-Mail-Adresse oder -Weiterleitungen kümmern. Aber der Normfall ist das sicherlich nicht. Ein Häuslebauer fragt doch auch nicht seinen Architekten, ob der den Pakettboden noch verlegen könnte oder noch schnell den Außenputz fertigstellen könnte.

Ein Webdesigner ist ein Webdesigner – und kein ITler.


Kundenkommunikation erfolgreich gestalten

Ja, die Aussagen sind (teilweise) zugespitzt. Zum Glück ist es meistens nicht so schlimm. Und schon gar nicht können diese Aussagen uns die Freude an unserem Job nehmen. Im Gegenteil: Mit ein bisschen Empathie in einem aufklärerischen Beratungsgespräch lassen sich die meisten Aussagen schnell wieder relativieren und in die richtige Bahn lenken.

Ach ja, bevor hier Zweifel aufkommen:
Ich bin mit meinem Kundenstamm übrigens (trotz mancher Aussagen) sehr sehr zufrieden 🙂

Kleiner Linktipp: Clients from Hell mit lustig-traurigen Kundendialogen.

Habe ich wichtige (Klischee-)Aussagen vergessen? Was für Kundenaussagen kannst Du nicht mehr hören? Lasse es uns in den Kommentaren wissen!

Auch wenn manche Kundenaussagen nervig sein können, sollten sie kein Grund für schlechte Laune oder gar schlechte Projekte und mangelnde Projektkommunikation sein!

Es gibt einige Aspekte zu beachten, um solche Aussagen in die „richtigen Bahnen“ zu lenken.

Das Wichtigste: Denk daran, ihr seid zwei Parteien, die auf dasselbe Ziel hinarbeiten (sollten). Nämlich für den Kunden ein gutes Ergebnis zu erzielen!

Bei solchen Kundenaussagen wie oben humorvoll beschrieben, solltest du also Verständnis zeigen und nachhaken. Auch viel Beratung und Aufklärung – gerade schon zu Beginn des Projektes, im Grunde schon im Kennlerngespräch, hilft unrealistische Erwartungen und wiederkehrende Projektverzögerungen zu vermeiden. Dazu gibt es weitere Methoden und Tipps für einen gelungenen und entspannten Projektablauf.

Und so gibt es für alle, die wissen wollen wie Kundenkommunikation nicht an nervigen Kundenaussagen scheitert, sondern produktiv und aktiv gestaltet werden kann, tatkräftige Unterstützung:

Einen Online-Kurs extra für Webdesigner und Internet-Agenturen!
Neben Kundenkommunikation werden in diesem Kurs unter anderem Aspekte wie Positionierung, Preisfindung, die eigene Vermarktung und Portfolio-Website ausführlich behandelt:

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Kommentare zum Artikel

28 Kommentare zu „Kundenaussagen, die kein Webdesigner hören will…“

  1. Pingback: 7 Aussagen, die ich von Kunden nie mehr hö...

  2. Pingback: Content vs. Design – Was nun „first“? - Webdesign Journal

  3. Du hast mir grad so aus der Seele gesprochen, danke für den Artikel. 🙂
    Könnte meine Kunden manchmal echt auch auf den Mond schiessen, wegen genau solch obengenannten Aussagen, Grad im Moment auch mal wieder…..Grrrr…

  4. Man kann sich seine Kunden ja auch ein Stück weit aussuchen. Ich glaube, es wird von vielen, die über nervige Kunden klagen, viel zu wenig oder gar keine Zeit in einen vernünftigen Auswahlprozess investiert.

    Wenn man nur mit Leuten und Unternehmen arbeitet, die einem nerven, ist es möglicherweise eine gute Idee, einmal über seinen Akquiseansatz nachzudenken.

    Grüße
    Christian

    1. Hallo Christian,
      Ich sage da ja gerne, jeder bekommt die Kunden, die er verdient.
      Und ich gebe Dir Recht, wenn man tatsächlich ausnahmslos mit nervigen Kunden arbeitet, sollte man sich darüber mal Gedanken machen.

      Gruss
      Martin

  5. Die beste Variante:
    Kunde: Ich möchte gerne eine Webseite, was kostet das denn?
    ich: aha – was soll denn da drin stehen?
    Kunde: weiß ich nicht, aber was kostet das denn.
    ich: wie soll die Seite denn aussehen, Farben, Bilder, Texte?
    Kunde: weiß ich nicht, ich will nur wissen was das kostet.
    Fazit: ich habe nix gemacht, hat auch nix gekostet.

  6. Ich habe auch gerade einen sehr konfliktfreudigen Kunden. (Wird ein wenig länger, enthält auch mehrere Kundenaussagen, die man nicht hören will und insbesondere irgendwie mit Hirntod zu tun haben müssen.)

    Kunde: Ich möchte das Design meiner Website weinewebsite.de überarbeiten lassen, alles ein wenig auf die Thematik angepasst und neues Logo, was kostet das?

    (Ich schau mir das ganze an und mache, da es sich wirklich um einen kleiner Webauftritt mit Buchungsformular und Impressum handelt und der Kunde mir gesagt hatte, dass er nicht ein so großes Budget zur Verfügung hätte, ein Angebot von 250€)

    Kunde: Nein, das ist mir zu viel! Ich hatte so an 100€ gedacht!

    Ich: Ok, dafür kann ich das einfach nicht umsetzen.

    Kunde (zwei Tage später): Ich habe es mir überlegt, ich möchte doch das Angebot annehmen, aber es muss auch für mobile Geräte funktionieren.

    Ich: Ok, kein Problem, das berücksichtige ich sowieso immer.

    (Ich mache einen Entwurf und stelle ihn zur Ansicht auf meine Domain, da der Kunde die Zugangstaten für FTP oder auch Google etc. nicht raus geben möchte. Ich sage explizit, dass das Design erstmal noch nicht für mobile Geräte angepasst ist, das aber noch folgen würde. Alle Inhalte, auch die Php-Skripte für die Buchungsanforderung habe ich von seinem bisherigen Auftritt unverändert übernommen. Das ganze auch zum Download als ZIP-Datei)

    Kunde: Wow, das gefällt mir sehr gut, das möchte ich haben.

    Kunde (Zwei Stunden später): Also auf mobilen Geräten läuft die Seite gar nicht. Da zerschießt es das ganze Design. Und das Buchungsformular funktioniert auch überhaupt nicht. Die Fehlermeldungen sind auch noch so, dass sich der Benutzer dumm und dämlich suchen muss, was er denn vergessen hat einzugeben.

    Ich: Ich hatte Ihnen ja gesagt, die mobile Version schicke ich Ihnen noch heute Nachmittag oder morgen Vormittag. Und das Buchungsformular sowie das entsprechende Programm zum versenden habe ich überhaupt nicht angefasst, sondern von Ihrer bisherigen Seite 1zu1 übernommen. D.h. auch die Fehlermeldungen sind von Ihrem bisherigen Programmierer.

    Kunde: Wieso, ich habe Sie doch beauftragt die Website neu zu programmieren?! Was hat denn das mit meinem bisherigen Programmierer zu tun? Ausserdem lief das ja vorher!

    Ich (Nachdem ich auf die Domain geschaut habe): Nein, Sie hatten mich beauftragt das Design einer existierenden Website zu ändern. Die Inhalte habe und ausführenden Programme habe ich übernommen und nicht verändert. Und…Äh, ich sehe da jetzt auf der Domain noch die alten Seiten, haben Sie die neuen wieder gelöscht?

    Kunde: Nein, ich fand das neue Design so schön, das habe ich jetzt für eineanderedomain.de verwendet, schmeiß sie aber wieder da runter, weil sie sowieso nicht funktioniert.

    Ich: Ach so, das erklärt einiges, wenn Sie das jetzt auf einer anderen Domain lassen. In Ihrem Script verwenden Sie das reCaptcha von Google. Da müssen Sie zunächst die neue Domain registrieren, weil die Buchungsanfrage ansonsten nicht funktioniert. Das können Sie auch erkennen, da ein Hinweis für den Websitebetreiber erscheint, dass der Schlüssel für die Domain nicht gültig ist. Also einfach in Ihrem Google-Account die Website im reCaptcha anmelden, dann läuft das auch. Falls Sie Hilfe benötigen, geben Sie mir Bescheid.Der mobile Teil steht jetzt auch zum Download bereit.

    Kunde: Wissen Sie, was mich nervt? Leute die Ihre Arbeit nicht richtig machen. Den mobilen Teil können Sie sich sparen, ich zahle für solche Arbeit nichts. Sowas ist mir in meiner ganzen Selbstständigkeit noch nicht vor gekommen. Wenn ich einen Auftrag vergebe, erwarte ich, dass ich Alles funktionierend abgeliefert bekomme und nicht dass ich da noch irgendwas selbst einstellen muss oder der vorherige Programmierer angeblich verantwortlich für die Fehlermeldungen ist. Machen Sie Ihre Arbeit richtig und geben nicht anderen die Schuld an Ihrer schlechten Arbeit. Sie sind für mich Zeitverschwendung und einfach nur ärgerlich. Und jetzt habe ich die alten Sachen wieder hoch geladen und nun funktioniert das auch alles nicht mehr. Ich werde jetzt den Auftrag anderweitig vergeben und alles auf Ihre Kosten reparieren lassen.

    Ich habe ihm dann noch einmal die genaue Anleitung zur Registrierung der Domain im Google-Account für die reCaptcha Api mit Screenshots zugeschickt und noch mal darauf hin gewiesen, dass er das selbst einrichten müsse, weil er mir die Zugangsdaten ja nicht geben will. Aber ich denke, dieser Kunde hatte von Anfang an nicht vor, etwas zu zahlen oder ist wirklich nicht einfach geistig in der Lage zu erfassen, worum es geht.

    Mein Fazit:
    Wenn ein potentieller Kunde von einem Webentwickler ein Angebot bei einem geplanten Budget von 100 € anfordert, dann sollte man diesem gar nicht erst versuchen aus reiner Menschenliebe preislich entgegen zu kommen, sondern wirklich gleich freundlich darauf hinweisen, dass man dann lieber einen späteren Zeitpunkt wählen sollte, zu dem das Budget solche Dienstleistungen zulässt.
    Wegen 250 € werde ich mich jetzt wohl auch noch gerichtlich mit dem für mich „miesesten“ aller Kunden rumschlagen müssen. Grauenvoll!

    1. Hallo,
      danke für deinen langen Kommentar und Einblick.
      Und ganz ehrlich: Selbst 250 € sind seehr (zu) günstig…

      Gruss
      Martin

    2. Wie? 250 EUR, das sind gerade mal die Beratungskosten. Ich glaube, wenn Du die Kosten für alle Leistungen vorher pingeligst genau aufstellst ist dem Kunden vieles klarer. Sowas geht bei mir nicht unter 3600.- EUR raus, keine Ahnung, evtl. machst Du Webdesign als Student nebenher?!

  7. Als Entwickler arbeitet man in der Regel mit Designern in einem Team — in dem Moment sind die Designer die Kunden, und auch in diesem Kundenverhältnis gibt es Aussagen, die man immer und immer und immer und immer wieder hört:

    „Der Kunde möchte als Startseite nur ein großes, emotionales Bild“.
    — …und verzichtet auf so etwas Überflüssiges wie Suchmaschinenoptimierung?

    „Der Kunde möchte, dass der Text überall ein- und ausklappt.“
    — …um seine Besucher möglichst effizient zu verärgern?

    „In welchem Format brauchst du die Grafiken?“
    — …wer von uns ist der Designer?

    „Ich hätte gerne noch irgendetwas Bewegliches auf der Website!“
    — …Du meinst so Schwurbel und Schwingel, die von links nach rechts über den Bildschirm flattern?

    „Kannst Du das noch einen Pixel kleiner/größer/mehr nach links/mehr nach rechts machen?“
    — …zum fünften Mal? Aber sicher, gerne doch!

    „In InDesign sieht die Schrift bei mir ganz anders aus!“
    — …ja, ok, zugegeben, ich habe geschummelt, ich wollte einfach keine zwei Schriften mit jeweils acht Schriftschnitten verwenden. Können wir uns da nicht auf 3 einigen?

  8. Ich bin zwar aus einer anderen Branche, habe aber auch nervige Kunden. Ganz aktuell habe ich eine Kundin mit hohem Nervfaktor. Termin: Vor einer Stunde bei mir daheim, Kundin ist noch nicht da. Ich habe ihr eine Wegbeschreibung gemailt. Eben ruft die Dame an: „Es wird später, ich weiß nicht, wann ich komme, wo bin ich denn eigentlich, erklären Sie mir mal den Weg…“ Ich frage, was in der Nähe ihres Parkplatzes ist. „Eine Straße, ein Gehsteig und andere Autos.“ Aha, sehr hilfreich. „Haben Sie die Wegbeschreibung und den Stadtplan dabeim, die ich Ihnen geschickt habe?“ – „Nein, ich dachte, ich kann mir den Weg auch so merken.“ – „Haben Sie ein Navi?“ – „Nein, sowas brauche ich nicht. Können Sie mich abholen?“ Äh…“Wo sind Sie denn?“ – „Das weiß ich nicht, aber holen Sie mich bitte ab.“ Fortsetzung ist offen…

    1. Hallo Conni,
      danke für deinen Einblick. Die Geschichte klingt wirklich sehr… unangenehm 😉
      Dann hoffe ich mal, dass deine Kundin später nicht mehr so anstregend sein wird…

      Gruss
      Martin

  9. Nach etlichen nervigen und mühsamen Erfahrungen habe ich mein Auswahlverfahren, Briefing und meine Bedingungen bezüglich Zusammenarbeit dermassen deutlich und streng formuliert, dass ich den Kunden nach der Auftragsbestätigung immer wieder auf den Arbeitsvertrag / die Bedingungen hinweisen kann.

    Seither läuft es prima und die Kunden schätzen es.
    Ich habe mir ausserdem angeeignet, immer alles zu verschriftlichen. Wenn ein Kunde anruft und Änderungen wünscht, protokolliere ich das alles schön nach Datum und Uhrzeit. So kann ich bei unüberlegter Kritik seitens des Kunden nur schreiben: Gemäss Besprechung am xy um xy haben Sie mir den Auftrag gegeben, dass so und so zu programmieren…

    Mit Hinweis auf Mehrkosten bei erneuter Änderung ist meist Ruhe.

    Etwas was mich am meisten nervt: 1. Tag vor Launch, nach ausgiebigem testen und quali check: „Können Sie noch schnell das und das ändern. Ich habe das auf anderen Websites gesehen und möchte das auch“. Das nervt so sehr. Zeitlich geht es nicht und beim Launch stimmt dadurch nicht alles 100% wie es der Kunde möchte. Ein unbefriedigendes Arbeitsgefühl. Danke sprunghafter Kunde :/

    Seit ich nach dem Motto: „kommuniziere mit Kunden so klar und deutlich wie mit einem 5 jährigen“ arbeite, wurde es angenehmer. Ich glaube 9/10 Probleme waren bei mir früher Kommunikationsprobleme.

    Tolle Seite mit informativen Beiträgen hast du!

    1. „kommuniziere mit Kunden so klar und deutlich wie mit einem 5 jährigen“ – Das finde ich gut ?
      Ja, vieles lässt sich durch gezielte Kommunikaiton unsererseits „regeln“… Daher auch der Kurs!

  10. Die meisten Ausreden, die ich immer höre und deswegen meine Tätigkeit hier wohl auch wieder aufgeben werden sind:
    – Ja tut mir leid, die machen wir selber. Ist billiger
    oder
    -Wir haben da einen Kollegen, der hat einen Frisör, dessen Nichte in (beliebiges Land einsezten) die studiert (beliebigen Studiengang einsetzen) und die macht uns das kostenlos in ihrer Freizeit.

    Kein Scheiss. Das sind die zwei Antworten die ich immer wieder höre und deswegen wohl auch alles einstelle. Wenn ich mit Qualität und Support ankomme, wollen die Leute davon nichts wissen. Heißt dann immer nur: ja, ja…machen wir nebenbei.
    Und gegen diese norddeutsche Schläue kommt man hier nicht gegenan….

    VG
    Rolf

  11. Ich stehe zwar noch ganz am Anfang meines Business‘, aber kann mir solche Aussagen schon echt gut vorstellen. 😀 Menschen sind irgendwie so. Hm… ^^ Dann weiß ich aber schonmal, was auch mich zukommen kann und weiß, dass ich mich am besten durch gute Vorab-Kommunikation dafür wappne. Uuund alles aufschreiben! Das hat mir in meinem aktuellen Job (öff. Verwaltung) auch schon in mehreren Fällen, u.A. als Zeugin vor Gericht, bei zwei Fällen seeeehr geholfen. Da waren die Fälle schon ca. 1 Jahr her und ich hatte mir zum Glück das meiste Geschehene damals gleich aufgeschrieben.

    Toller Blog übrigens!
    Ich hoffe, ich schaffe den Sprung in die Selbstständigkeit auch noch irgendwann wie die anderen in den Kommentaren hier! 🙂

    LG Julia

    1. Hallo Julia,
      danke für deinen Kommentar.
      Der Artikel ist ja bewusst etwas zugespitzt. Er soll sicherlich nicht bedeuten, dass es bei jedem Projekt so „zugeht“. Auch bei Kunden gibt es halt solche und solche 😉

      Alles aufschreiben ist vielleicht eine Idee, die ich aber recht krass finde. Aber sicherlich kann man wichtige Aspekte, die für das Projekt und den Aufwand relevant sind, zur Sicherheit noch einmal per Mail schriftlich festhalten, so dass hinterher keiner sagen konnte, er hätte von nichts gewusst…

      Dir dann viel Erfolg beim Weg in die Selbständigkeit, dafür wirst du hier im Journal ja auch noch die ein oder andere Info finden 🙂

      Gruss
      Martin

  12. Schöner Beitrag, kann ich allesamt aus persönlicher Erfahrung so unterschreiben.

    Was auch noch oft vorkommt ähnlich wie bei den Texten:
    „Haben Sie denn auch ein Logo & Bildmaterial?“
    „Ja das haben wir schon und stellen das gern zur Verfügung.“

    Im Anschluss kommen dann ein Canva Schriftzug und selbstgemachte Smartphone Fotos per WhatsApp. Die werden dann eingesetzt und prompt fragt der Kunde warum die Qualität der Bilder denn so schlecht ist.

    Und was Michael schreibt kann ich auch ein Lied von singen. Projekt mit Deadline und bis zur Deadline kommt reges Feedback. Kurz vor oder sogar kurz nach dem Launch kommt dann die große Liste mit doch noch gewünschten Änderungen. Aber ja der Hinweis auf Mehrkosten zeigt meistens seine Wirkung, allerdings ist damit der Abschluss auch leider für beide Seiten unbefriedigend.

  13. Vielen Dank für den grandiosen Artikel!

    Besonders der Spruch „Irgendwas fehlt noch. Was genau weiß ich nicht“ hat mich sofort an meine selbstständige Arbeit als Illustrator erinnert :D. Wie oft musste ich das in den letzten Jahren lesen? Locker mehrere hundert Male…

    Man sollte aber auch dazu sagen, dass es nicht vom Kunden direkt kam, sondern von seinen Kunden. Sprich ich habe ein Bild gemalt, welches später in einer Diskussionsrunde gelandet ist, in der man nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten gesucht hat. Sehr viele waren begeistert, aber sehr häufig waren es auch die wenigen (weniger konkreten) Feedbacks, die mich als Designer aus der Bahn geworfen haben.

    Nun bin ich älter und sehe seit einigen Jahren wie die Dinge in einer Agentur ablaufen und was ich damals alles falsch gemacht habe und wie günstig ich mich verkauft habe… 😳 Würde ich heute ganz anders machen.

    Liebe Grüße!

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Über den Autor

Martin Hahn ist Webdesigner, Dozent, Fachbuchautor und dreifacher Papa.
Seit vielen Jahren hilft er anderen effektivere Webdesigns zu erstellen – in Schulungen und mit Artikeln auf dieser Website.

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