Es ist die beliebteste Frage bei einem Webseitenprojekt. Und nicht selten entscheidet sich an der Antwort, wohin das Projekt vergeben wird. Die Frage nach den Kosten für eine Website.

Ja, was kostet sie denn nun, „eine Website“? Schon Generationen von Webdesignern, Agenturen und Kunden haben sich an dieser Frage und ihrer Antwort den Kopf zerbrochen.

Und wohl schon jeder Webdesigner hat schon einmal als erstes die Frage von einem potentiellen Neukunden gehört: „Was kostet bei ihnen eine Website?“
Und wer in diesem Geschäft erfolgreich sein will, der sollte hierauf eine spontane Antwort parat haben.

Wie wäre es zum Beispiel mit „€ 2.784,75“!?

Ok, ernsthaft: Diese Frage ist natürlich nicht mal eben so zu beantworten. Und als Webdesigner sollte man sich auch nicht dazu verleiten lassen, mal „eben schnell eine Hausnummer“ aufzurufen, wie es von Interessenten gerne verlangt wird. Auch keine ganz grobe, mag der Interessent noch so beteuern, dass er einen darauf nachher nicht fest nageln will. Denn später den Preis deutlich zu erhöhen, wird nur große Unzufriedenheit schüren. Und abgesehen davon: Es lässt sich nicht mal eben ein Preis für eine Website beziffern.

Warum?

Gerne wird der Vergleich mit einem Auto gebracht:
„Was kostet ein Auto?“

Kein Autohändler wird dies mit einem eindeutigen Preis benennen können. Von ca. 200 bis 200.000 € ist hier Spielraum vorhanden. Ähnlich bei einer Website.

Passender finde ich aber den Vergleich mit einem Handwerker und/oder einem Hausbau.

Während ein Auto ein fertiges „Objekt“ ist, bei dem man lediglich die Ausstattung bestimmen kann, ist der Hausbau oder auch der partielle Umbau eine sehr Individuelle Sache, die von vielen Faktoren abhängig ist. So wie die Umsetzung einer Website von vielen Faktoren abhängig ist.

Und hier würde auch kein Architekt oder Bauunternehmen mal „grob einen Preis“ aus der Hüfte schießen.

Warum also sollten Webdesigner das tun?

Der Preis einer Website ist eine ganz individuelle Sache, die von vielen Aspekten abhängig sein sollte. In diesem Artikel möchte ich einige dieser Aspekte beleuchten und aufzeigen, warum sich Preise für die gleiche Anfrage doch stark unterscheiden (können).

Der Projektumfang

Um auch nur annähernd zu einem Angebotspreis zu gelangen, sollten vorher einige Details geklärt werden: Wie viel Konzeption muss noch gemacht werden? Steht das Design schon, gibt es schon Designrichtlinien? Soll es nur eine reine Informations-Website sein oder mit Shop oder anderen Funktionalitäten? Wie sieht es mit der Vermarktung aus? Mit der Erstellung der Inhalte? Was sind überhaupt die Ziele und Zielgruppen der Website?

Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Hier ist eine Checkliste oder ein Fragebogen, die man entweder dem Kunden schickt oder mit ihm zusammen (persönlich oder per Telefon) durchgeht, sehr hilfreich.

Solche Fragen helfen den Umfang des Projektes besser einschätzen zu können. Sie helfen dem Kunden ein Gefühl für das Projekt und die eventuelle Komplexität zu bekommen. Und sie helfen dem Kunden sich einiger Dinge selber auch erst einmal klarer zu werden. Und aus „etwas ganz einfachem“ wird so auf einmal eine Website, die auch kundenseitig viel Zeit und Ressourcen bedarf und der Interessent sich noch vor Beginn des Projektes Gedanken machen muss über Aspekte, die spätestens im Projektverlauf interessant werden.

TIPP für Webdesigner:
Erstelle deine eigene Checkliste oder Fragebogen, um bei den kommenden Kundenanfragen gut vorbereitet zu sein. Ob du diese dann verschickst, am Telefon „abfragst“ oder im persönlichen Gespräch zusammen mit dem Kunden durchgehst, ist zweitrangig. So kannst du dir aber einigermaßen sicher sein, alle wichtigen Aspekte zu beachten, ein vernünftiges Angebot erstellen zu können und im Projektverlauf keine bösen Überraschungen zu erleben.

Je besser die Kunden vorbereitet sind, um so mehr relevante Informationen zum Projekt werden diese schon bei der Anfrage mitteilen. Andernfalls heißt es eben diese Informationen zu erfragen.

Aus der Praxis:
Es gibt Interessenten, die füllen Fragebögen nicht aus oder wollen nicht allzu lange auf entsprechendes Nachfragen eingehen. Das sind dann auch die, mit denen man ein Projekt besser nicht umsetzen sollte. Denn, wie oben schon geschrieben, alle nicht beantworteten Fragen holen einen spätestens im Projektverlauf wieder ein und dann bzgl. der Kosten nach zu verhandeln, ist eher ungünstig…

Der Interessent & sein Budget

Der Vergleich zwischen einem Hausbau und einem Website-Projekt hinkt spätestens hier. Möchte ich ein Haus bauen und gehe zum Architekten, wird eine SEINER ersten Fragen sein:
„Welches Budget haben Sie denn?“

Hier wird also der Spies umgedreht: Nicht der Architekt muss zuerst einen Preis nennen, sondern der Häuslebauer, sprich Kunde. Aufgrund dessen Budget kann der Architekt dann ein Haus nach den Vorstellungen entwerfen (oder, wenn es das Budget nicht hergibt, evtl. Wünsche eben nicht berücksichtigen).

Das wäre beim Webdesign natürlich auch wünschenswert: Der Kunde kommt, sagt er hat das Budget XYZ und möchte dafür die bestmögliche Leistung bekommen.
Aber auch wenn der Webdesign-Interessent für sich einen groben Budgetrahmen festgelegt hat, nennen wird er diesen nur ganz selten.

Hier ist der Ablauf eher wie bei mir Zuhause und den Handwerkern:
Wir möchten ein neues Bad haben, also frage ich zwei, drei Sanitär-Unternehmen an, diese müssen vorbei kommen, sich die Gegebenheiten vor Ort anschauen, meine Wünsche erfragen und erstellen mir darauf ein Angebot. Im Laufe der Gespräche erfahre ich so auch immer mehr Details und mögliche Umsetzungsvarianten (analog zu Ärzten: Zwei Handwerker, drei Meinungen).
Und so bin ich hinterher schlauer und kann mit diesem Wissen in den Baumarkt fahren und es selber umsetzen… haha… ok, das wäre wohl die Homepage-Baukasten-Variante (und würde bei mir vermutlich auch genauso aussehen).

Wichtig ist aber:
Ich bin – natürlich – kein Sanitärprofi. Das bedeutet, dass viele Dinge, die beim Badeinbau relevant sind, mir überhaupt nicht bewusst sind. Da kommt es zum Beispiel darauf an, wo welche Wasserleitungen liegen und ob man die „mal eben“ anzapfen kann. Oder wie der Boden beschaffen ist. Und Dusche ist nicht gleich Dusche. Hier wurden vermutlich schon Doktorarbeiten darüber geschrieben, so umfangreich ist diese Thematik und mögliche „Duschvarianten“.

Und hier ist der Vergleich zum Webdesign sehr passend.
Der Interessent hat oft keine oder nur geringe Ahnung von Websites, von der Erstellung, von gestalterischen und Usability-Aspekten, von technischen Anforderungen usw.

Ich als Webdesigner, muss diese Aspekte dem Kunden näher bringen. Muss ihm aufzeigen, welche Aspekte warum relevant sind, bzw. sein könnten. Und das möglichst verständlich, so dass der Interessent es auch versteht oder nachvollziehen kann. Etwas was gar nicht so einfach ist, wenn man „Fachidiot“ ist.

Wie oft habe ich Handwerker im Haus, die mir irgendwas aus ihrem Fachgebiet erzählen und ich nur brav nicke, vor allem „Bahnhof“ verstehe, aber auch nicht jedes Wort nachfragen und mir erklären lassen möchte (mal abgesehen davon, dass es mir wohl nur die wenigsten Handwerker auch laienhaft verständlich erklären könnten).

Praxis-Tipp:
Als Webdesigner sind wir auch Berater und Erklärer. Es ist auch unserer Aufgabe dem Kunden fachliche Aspekte erklären zu können und sie für ihn auch bzgl. der Relevanz einordnen können.

Es gibt keinen Standardpreis – eigentlich

Beispielkosten einer Website

30 € für ein Website-Template. 5 € monatlich für den Homepage-Baukasten. 599 € für eine kleine Website, 1299 € für eine mittlere Website… und so weiter und so fort. Überall im Netz begegnen einem Website-Preise.

Diese Preise mögen Standard-Werte sein, vielleicht auch Durchschnittspreise. Oft beachten sie aber viele Aspekte nicht. Wer ein Template kauft, hat dieses noch lange nicht installiert, das Design auf das eigene Unternehmen und die gewünschte Wirkung angepasst, und die passenden Inhalte erstellt mit einer intuitiven Informationsstruktur. Also im Grunde fast alle wichtigen Punkte sind alleine mit einem Template nicht erfüllt.

Wenn der Interessent dann noch Kollegen, Bekannte, wen auch immer fragt, was diese für ihre Website bezahlt haben, dann wird er am Ende einen für ihn geeigneten Betrag herausgefunden haben.

Überraschenderweise ist dieser oft kleiner, als der Betrag, den man selber dafür veranschlagen würde. Wobei es natürlich auch vorkommt, dass Kunden realistische Vorstellungen haben, was eine professionelle Website kostet.

Praxis-Tipp:
Es gibt aber sicherlich auch Standard-Preise, die für viele Projekte zumindest in einem gewissen Rahmen passen. Also ein grober Kostenrahmen, den ich beispielsweise bei Anfragen frühzeitig mitteile. So selektiere ich schon vor. Interessenten sehen recht früh im „Anfrage-Prozess“, was ungefähr auf sie zukommen könnte und können entscheiden, ob sie mit mir weitermachen wollen und wir zu einem ausführlichen detaillierten Angebot gelangen oder ihr Glück woanders suchen.

Die Kosten berechnen

Kommen wir so langsam ans Eingemachte: Wie genau berechnet man denn nun die Kosten für ein Website-Projekt?

Ganz allgemein könnte man zuerst unterscheiden zwischen einer Projektpauschalen, also einem Festpreis, und einer stundenbasierten Abrechnung. Aber auch bei letzterem wird auch zu Beginn der grobe Zeitumfang erfragt werden, um die ungefähren Gesamtkosten zu kalkulieren.

Die Abrechnung nach Stundensatz ist dann sinnvoll, wenn die Anforderungen noch nicht klar genug sind für einen Festpreis oder davon auszugehen ist, dass sich diese im Projektverlauf immer wieder ändern/erweitern können.

Um die Gesamtkosten nun zu kalkulieren, wird häufig – nicht nur bei Webdesignern, sondern auch bei anderen freien kreativen Berufen – folgendes Schema empfohlen:
Stundensatz x Aufwand in Stunden = Honorar

Dies setzt logischerweise zwei Annahmen voraus: Man hat einen „vernünftigen“ Stundensatz und kann den Aufwand einigermaßen einschätzen (mit immer wieder kleineren Korrekturen nach oben und unten).

Der Stundensatz ist sicherlich eine sehr individuelle Sache. Von € 15 bis € 150 habe ich da schon einiges gehört. Diesen muss jeder ganz für sich alleine aus machen. Dieser Artikel soll keine hier keine Empfehlungen aussprechen.

Die Schätzung des Gesamtzeitaufwands bedarf sicherlich einiger Erfahrung, um nicht entweder am Ende böse drauf zahlen zu müssen oder ein viel zu hohes Angebot zu veranschlagen.

Praxis-Tipp:
Besser einen „Sicherheits“-Aufschlag in Angebot dazurechnen. So muss man nicht bei kleineren Projektergänzungen gleich nachverhandeln, bzw. kommt bei eigenen Schwierigkeiten nicht gleich in Zeit- und Gelddruck.

Um den konkreten Aufwand für einzelne Tätigkeiten soll es hier nicht gehen. Die Erfahrung, um den Aufwand abschätzen zu können, muss man sich eben erarbeiten. Und der Zeitaufwand ist ja nicht nur für das Budget interessant, sondern auch für die Terminplanung, um die Projektdauer (bzw. die Dauer für einzelne Leistungen) zu kalkulieren.

Honorarkosten einer Website

Die Kosten und der Wert einer Website

Die Projektkosten nach der oben genannten einfachen Formel auszurechnen, erscheint mir aber schon fast zu simpel, weil einige Faktoren hier unberücksichtigt bleiben.

Ok, die eigene Erfahrung und die eigenen Fähigkeiten drücken sich entscheidend in der Höhe des Stundenlohns aus.

Aber daneben gibt es noch ein paar Aspekte, die man in den eigenen Lohn (oder eine Pauschale) einberechnen kann:

  • Standort
    Der eigene Stundenlohn, aber auch die allgemeine Kaufkraft der Unternehmen, unterscheiden sich von Region zu Region. In München wird man andere Preise verlangen können als in der Uckermark.
  • Konkurrenz
    Je weniger Anbieter es gibt, umso höher lässt ich der Preis treiben – und umgekehrt.
  • Nachfragesituation
    Wartet man seit Monaten endlich auf eine Anfrage, wird man vermutlich etwas günstiger sein. Ist man hoffnungslos überlastet, kann man das Angebot etwas höher ansetzen.
  • Kaufkraft des Kunden
    Neben dem Standortfaktor spielt auch die individuelle Kaufkraft des Unternehmens eine Rolle. Ein renommierter Immobilien-Makler wird vermutlich ein anderes Budget zur Verfügung haben (und auch ausgeben wollen) wie die nebenberufliche Existenzgründung einer Heilpraktikerin.
  • „Möchte-ich-haben“-Faktor
    Auch nicht zu verachten: Wie wichtig ist mir dieses Projekt? Wie gerne hätte ich es? Ist es auch eine schöne Referenz mit der sich jede Menge weiterer Kunden anlocken lassen?

Berechnung der Kosten einer Website

Auf dem Basar

Eigentlich sollte das nicht notwendig sein, kommt aber immer wieder mal vor: „Können wir am Preis noch was machen?“

Im Autohaus ist eher mal üblich, dass man anfängt nach Rabatten zu fragen. Vermutlich haben diese auch einfach mehr Spielraum oder legen mal einen kleinen Bonus mit dazu („und ein Satz Winterreifen gibt es obendrauf“).

Bei Handwerkern erlebe ich es dagegen eher selten. Die Produkte haben ihren festen Preis, da kann der Handwerker auch nicht viel machen. Ansonsten hat er seinen festen Stundenlohn und eben die veranschlagte Arbeitszeit.

Ähnlich ist bei Webdesignern. Kunden, die bei uns Preise herunterhandeln wollen, sollten besser auf einen Basar gehen.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

Rabatt geben
Man möchte den Kunden nicht vergraulen und gibt einen Preisnachlass. Hier sollte man nur aufpassen, dass man dann nicht zu günstig wird und bei Folgeaufträgen ab sofort immer herunter gehandelt wird.

Eventuell setzt man auch das Honorar von vornherein höher an, um Spielraum nach unten zu haben. Das erhöht aber natürlich die Gefahr schon frühzeitig aus dem Rennen zu sein, weil das Angebot zu hoch war. Bekommt man aber den Zuschlag und der Kunde möchte kein Rabatt mehr, kann man sich umso mehr freuen – so oder so eher ungünstig.

Weniger geben = weniger bekommen.
Möchte der Kunde weniger bezahlen, dann kann man höflich nachfragen, welche Leistung er dafür gestrichen haben möchte. Evtl. kann man selber vorschlagen, bestimmte – nicht ganz so wichtige – Leistungen zu kürzen, bzw. auf später zu verschieben.

Dieses Vorgehen ist eigentlich das Logischste. Ist mir die Handwerker-Leistung zu teuer, kann ich (zusammen mit dem Handwerker) überlegen, wo man sparen kann. Evtl. wird es dann doch nicht die bodentiefe fugenlose Dusche, sondern eher eine Standard-Duschwanne. Reicht dann zwar vielleicht nicht für die offizielle Anerkennung als „Wellness-Bad“, aber um den gröbsten Dreck abzuwaschen völlig ausreichend.

Das Honorar rechtfertigen

„Warum sind sie so teuer?“ oder „Das habe ich schon günstiger gehört!“.

Manchmal bekommt man auch nur eine Absage und weiß nicht warum (nicht selten lag es aber am Preis).

Für Kunden ist der Aufwand einfach schwer abzuschätzen. Ebenso wie die Qualität der Arbeit.

Hier sollte man schon selber frühzeitig aktiv sein und dem Kunden die eigene Arbeit, den Aufwand und das Ergebnis erklären.

Es ist nicht nur unsere Aufgabe den Kunden zu beraten, damit er ein bestmögliches Ergebnis erhält.
Wir sollten ihm unsere Arbeit auch erklären!

Warum kostet seine Website einen vierstelligen Betrag, obwohl vielleicht ein gekauftes Theme für € 30 im Einsatz ist?

Warum kostet das Design einen vierstelligen Betrag, obwohl man sich Logos schon für einen zweistelligen Einsatz bei bestimmten Portalen gestalten lassen kann?

Was bedeutet „SEO mitmachen“ im Detail?

Praxis-Tipp:
Bei den Überlegungen zu den Kosten und dem Zeitaufwand nicht die Kommunikations- und Beratungskosten vernachlässigen. Hier können schnell mehrere Stunden, wenn nicht gar Tage zusammen kommen.

Wenn man vom ersten Kontakt (vielleicht eine Mail-Anfrage) bis zur telefonischen Einführung in die Website, bzw. das CM-System die Zeit mal zusammenrechnet, wird man oft verwundert sein, welcher Aufwand hier entsteht. Und das ist eigentlich Projektaufwand, der durchaus bezahlt werden sollte.

Die Kosten und der Wert der Website

Eine mögliche Frage ist nicht nur, was die Website kostet, sondern vor allem welchen Wert sie hat.

Welchen Wert wird die Website für den Kunden haben?

Ist es doch nur eine Online-Präsenz, die er hat, weil man halt eine hat. Oder ist sie der Mittelpunkt seiner Vermarktung, über die er vor allem Neukunden generieren möchte. Ist sie vielleicht sogar notwendige Basis seines Geschäftsmodells, weil Kunden vor allem darüber mit ihm direkt Geschäfte machen können (Shop, Buchungen usw.).

Eine gut gemachte Website kann für Jahre (mit regelmäßigen Anpassungen) ein zentrales Marketing-Werkzeug für den Kunden sein. Hier zu sparen, kann sich eben sprichwörtlich negativ bezahlt machen. Auch diesen Wert gilt es im Gespräch mit dem Kunden zu erfragen, bzw. ihm klar zu machen.

Wer eine individuell maßgeschneiderte Website haben will, weil sein Unternehmen (Produkt, Dienstleistung, was auch immer) individuell ist, der muss eben auch eine individuellen Preis bezahlen.

Fazit

Ok, wer in diesem Artikel eindeutige Kosten(beispiele) erwartet hat, dürfte jetzt enttäuscht sein. Aber gut, es gibt halt eben nicht „die Kosten“. Vielmehr geht es darum ganz individuell für sich und das jeweilige Projekt ein Honorar zu finden mit dem man sprichwörtlich gut leben kann und das sich auch gut erklären lässt.

Ob das dann am Ende jeder Kunde bezahlen möchte, steht auf einem anderen Blatt.
Absagen von Kunden muss man eben auch aushalten können.

Klar ist aber: individuelle Website-Projekte haben ihren Preis.
Dieser ist abhängig von dem Anbieter und den gewünschten Leistungen.

Ein Bad ist nicht gleich ein Bad.
Eine Website ist nicht gleich eine Website.

Ich kann das Bad komplett neu vom Meisterbetrieb erstellen lassen. Ich kann aber auch über ebay Kleinanzeigen ein paar handwerklich geschickte „Selbständige“ engagieren und im Baumarkt die Einzelteile vorher selbst besorgen.

Und ähnliche Gedankengänge wird der Webseiten-Interessent anstellen.
Dem Interessenten sollte ich daher meine Art der Umsetzung, meine Qualität, meine Erfahrung erklären. Dann kann ich die Kosten guten Gewissens vertreten. Und die Entscheidung welche Art der Umsetzung und Qualität er dann letztendlich wählt, liegt alleine bei ihm – und damit auch die Konsequenzen.

Wie siehst du das mit den Kosten?
Habe ich deiner Meinung nach wichtige Punkte vergessen, die du gerne ergänzen möchtest?
Möchtest du noch mehr der die Kosten eines Website-Projekt lesen, wie bspw. konkrete Zahlen und konkrete Faktoren, um zu einem geeigneten Stundenlohn, bzw. Honorar zu kommen?
Dann lasse es mich in den Kommentaren wissen!

Die Kosten einer Website – Und was das mit Autos, Hausbau und Handwerkern zu tun hat.
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Über den Autor

Martin Hahn ist Webdesigner, Dozent, Fachbuchautor und dreifacher Papa. Seit vielen Jahren hilft er anderen effektivere Webdesigns zu erstellen – in Schulungen und mit Artikeln in diesem Blog.
Tägliche Webdesign-Links von Martin gibt es auch auf twitter.

20 Kommentare

  1. Hallo Martin,

    sehr guter Artikel. Für Designer und Entwickler total hilfreich!

    Kannst du was zu externen Services sagen, oder hast du vor vllt. irgendwann einen Artikel darüber zu schreiben?
    Also SEO, SEO-Texte, Hosting, Rechtssicherheit (bei Shops), Logo-Entwicklung, individuelle Fotos (vom Praxisraum, Firmengebäude …) sind ja ext. Services die nicht von dir als Designer kommen, aber vom Kunden dennoch zwingend benötigt werden.
    Ich bekomme eine Woche nach Fertigstellung von Websites gerne mal die Anfrage, „Meine Webseite ist nicht online, ich finde sie bei Google nicht!“.
    Kunden benötigen SEO-Maßnahmen also heute mehr als jemals zuvor, wissen es selbst aber nicht.

    Da dieser Posten im Fragebogen meist umkurvt wird, kann ich nur im Nachhinein drauf hinweisen, dass ich oder eine ext. Agentur für teilweise extrem unterschiedliche Kosten die Onpage- und evtl. Offpage-Optimierung übernehme.
    Allerdings ist man i.d.R. auf SEO und andere o.g. Services als Designer/Entwickler nicht spezialisiert und sollte man wohl gerade heute vorsichtig sein diese einfach mit anzubieten.

    Wie löst du das, vor allem bei kleineren Kunden mit niedrigem Budget?

    Danke dir und freundliche Grüße,
    Timm

    • Hallo Timm,
      danke für Dein Feedback!

      Die Idee ist gar nicht verkehrt über externe Services mal einen eigenen Artikel zu schreiben… Aber bis es soweit ist:

      „kann ich nur im Nachhinein drauf hinweisen“ – Genau das würde ich eben schon im voraus machen!

      Nicht selten, dass Kunden das Thema „SEO“ an sich spannend finden und auch gerne in den Suchmaschinen weit oben landen möchten. Hier kläre ich aber auch schon auf, welche SEO-Maßnahmen es gibt.
      Onpage-Aspekte kann und sollte man als Webdesigner ja schon mit beachten. Hier zeige ich aber auch auf, dass es vor allem auf die Inhalte/Inhaltserstellung ankommt. Hier kann ich / sollte man zumindest eine „Grundberatung/-aufklärung“ anbieten, um zu zeigen welcher Aufwand dahinter stecken sollte, um mittelfristig erfolgreich in den Suchmaschinenrankings zu sein.

      Und ich nenne auch gerne mal Preise von SEO-Experten/-Agenturen, die ja dann einen nicht geringen dreistelligen Betrag im Monat haben möchten, um effektiv arbeiten zu können. Aufgrund des Budgets lassen das dann viele Kunden bleiben. Bzw. das SEO beschränkt sich dann oft auf einige Onpage-Optimierungen und die einmalige optimierte Inhaltserstellung.

      Wenn du/Ihr aber andere Erfahrungen oder Anregungen habt, immer gerne her damit.
      Gruss
      Martin

    • Hallo @ Timm
      „Wie löst du das, vor allem bei kleineren Kunden mit niedrigem Budget?“

      Wir würden den Kunden Fragen, was mit seinen Umsätzen passiert, wenn er 10 Kunden mehr hat im Monat und ihm die statistischen Klickhäufigkeiten für Rang 1-10 und ab Rang 11 aufzeigen. Er muss ein Bild im Kopf haben und auf eine kleine Reise gehen. Kopfkino sozusagen. Und im Normalfall machen wir einen Teil der SEO schon vorher. Denn darauf basiert der Content, die URL’s und Tags. Man braucht in unseren Augen mit der Contenterstellung nicht anfangen, solange Keywords, Keywordschwierigkeit und Mitbewerbercheck, andere Metriken und die Nischen erforscht sind. Ansonsten arbeitet man in unseren Augen mindestens zwei Mal. Das technische SEO ist dann meist automatisch in den Arbeitsschritten eingebaut.
      Zudem ist meist in den ersten Monaten ein höheres Budget nötig für saubere Inhalte. Erst einmal erzeugt, stehen diese im Netz. Den gut optimierten Inhalt kann dem Kunder dann keiner mehr nehmen (außer natürlich die Contentdiebe).

      Welche Option hat der Kunde noch: Ab Rang 20: Visitenkarten drucken und überall verteilen statt der Website. Oder Werben bei G.
      Gerade bei den Werbekosten kann der Kunde sein Monatsbudget mit 10 -30 Jahren Werbeausgaben multiplizieren. „Kopfkino erzeugen“. Da kommen dann einige ins schlucken.
      Später dann leichter Backlinkaufbau durch geeignete Quellen. Und dann kann man ja noch immer über die nächsten Schritte sprechen. Die Mitbewerber kann man im Wartungsvertrag mittracken und dann gegensteuern, wenn die SEO der Mitbewerber wieder nachzieht 🙂

      @Martin: Ein guter Artikel. Vielen Dank dafür

      • Hallo „Lotsin“,
        danke für den SEO-Einblick.
        Gruss
        Martin

  2. Sehr interessanter und nett geschriebener Artikel. Jaja die Kunden und die Erwartungshaltung 😀

    Bin durch Zufall über diesen Blog gestolpert und werde wohl noch öfter vorbeischauen.

    Auf bald!

    • Hallo Robin,
      freut mich, dass Dir der artikel gefällt.
      Dann bis bald wieder 🙂

  3. Hallo Martin,
    ein Artikel ist gut, aber er hat einen Haken. Er ist aus Designersicht geschrieben. Der Kunde bekommt zu diesem Preis keine fertige Website. Er bekommt Design und Programmierung. Es fehlen zwei wichtige Dinge. Die inhaltliche Konzeption und der Inhalt/Content. Um im Häuslebauerbild zu bleiben: Du beschreibst einen Rohbau. Im Rohbau kann aber keiner wohnen. Er muss erst ausgebaut werden. Und eigentlich muss vorher noch etwas passieren. Bevor der Archtiekt die Umsetzung plant, müsste der künftige Bewohner zuerst überlegen, wer, wie dort wohnen und ein- und ausgehen soll, also welche Inhalte sich dort mit welchem Lebensgefühl tummeln werden. Wenn das auch noch bezahlt werden muss, liegen die Preise deutlich über dem, was du beschreibst.

    • Hallo Sigi,
      du hast Recht, die Aspekte Konzeption und Inhalte kommen hier etwas zu kurz, wobei ich im Artikel ja nicht explizit nur von Design und Programmierung spreche!
      Ich weise ja aber explizit darauf hin: „Wer ein Template kauft, hat dieses noch lange nicht installiert, das Design auf das eigene Unternehmen und die gewünschte Wirkung angepasst, und die passenden Inhalte erstellt mit einer intuitiven Informationsstruktur.“

      Das Bild hast du passend beschrieben: Die Bauzeichnung sollte vorneweg auch bei einer Website erstellt werden und beim Rohbau sollte es besser auch nicht bleiben…
      Die Kosten dafür kommen u.U. dann noch dazu, wobei ich konkrete Preise ja gar nicht beschreibe. Die in der Grafik gezeigten „Durchschnittspreise“ sind Kosten, die ich bei Webdesignern/Agenturen und bei Template-Anbietern gefunden habe, die aber natürlich wenig mit realistischen Preisen zu tun haben.

      Danke für Deine Ergänzungen
      Gruss
      Martin

    • @Sigi
      Naja also Content-Strategien zu entwickeln – wenn du das meinst – sind egtl. nur für Agenturen mit mehreren Mitarbeitern, darunter spezialisierte Konzepter möglich.
      Ab einer bestimmten Projekt-Größe ist das sicherlich auch notwendig, aber eine keinere Präsenz für Künstler oder Arztpraxen müsste hier mit >3000€ kalkuliert werden. Das zahlen die aber auf keinen Fall.

      Insofern ist im Artikel die Konzeption nicht vergessen worden, da diese i.d.R. nicht vom einzelnen Freelancer (Designer/Entwickler) kommt.

      • Also wichtig ist sicherlich darauf hinzuweisen, dass Konzeption und Inhaltserstellung natürlich auch zu einer Website dazugehören 😉

        Ob und wer die dann zu welchem Preis macht, ist eine andere Frage. Der Artikel sollte sich auch eigentlich gar nicht so sehr damit beschäftigen, wer das wie macht.
        Aber gerade bei kleineren Projekten, bzw. bei Projekten die einzelne Webdesigner oder 2-/3-Mann-Agenturen umsetzen, muss der Designer/Entwickler/Projektmanager diese Arbeit mit machen. Insofern ist es nicht verkehrt darauf hinzuweisen, dass diese Arbeit/Zeit auch einkalkuliert wird.

        Das wäre ja schon genug Stoff für einen neuen Artikel, der die Entwicklung vom Webdesigner zum Berater/Konzepter aufzeigt…

  4. @Timm Ein Designer oder Webentwickler ist die falsche Profession dafür, da gebe ich dir Recht. Es gibt genug professionelle Freiberufler, die genau das tun: Content entwickeln. USP herausarbeiten. Und das umsetzen in ein inhaltliches Webkonzept. Ob man das dann mit einem gekauften Theme umsetzt, individuell entwickeln lässt oder mit welcher technischen Lösung auch immer, ist die nächste Frage. Form follows function. Ich habe schon mehrere inhaltliche Konzepte entwickelt und kenne andere Freelancer, die genau das tun. Für unsere Profession ist es immer sehr unbefriedigend, wenn jemand kommt und sagt: Ich habe da eine Website und möchte einen Text dafür. Da ist meistens das Kind schon in den Brunnen gefallen. Der Kunde sollte wissen, was zu einer guten Website dazugehört. Martin hat ja recht, die Kunden sollten realistische Preiserwartungen haben. Eine kleine Website mit inhaltichem Kleinkonzept, Themeanpassung, technischer Umsetzung und Content (ohne monatliche Betreuung) fängt eher bei 3.000 Euro an. Nach oben offen.

    • Ich sehe schon, ein Artikel über den Aufwand der Websiteerstellung samt möglichen Kosten sollte zeitnah folgen…

  5. Hallo Martin,

    danke für diesen tollen Artikel!
    Beim Lesen dachte ich: Endlich mal einer, der „unsere“ Arbeit auf den Punkt bringt und auch darlegt, warum auch eine Website mit WordPress und „30€-Theme“ nicht für 99€ machbar ist.
    Ich lese gerade bei FB immer mehr Diskussionen, dass so eine Website keine 500€ kosten dürfe.
    Aber genau wie du beschreibst, unsere Arbeit geht ja weit über das „einfache Bauen“ (was es ja in Wirklichkeit gar nicht ist) hinaus.
    Und wie viele Fragen beantworten bzw. Themen bearbeiten wir „mal eben schnell“, weil wir es können und uns das Wissen über Jahre angeeignet haben.

    Und wie oben auch von Sigi und Co geschrieben wird, es gehört eben auch Konzeption und Co dazu. Darüber denken in der Tat die wenigsten nach und wundern sich dann, wenn etwas nicht funktioniert wie gedacht.

    Kennst du die Metapher von Picasso? Er wurde gefragt, warum sein Bild XY 5 Mio Dollar kostet, er würde das doch „schnell“ malen können. Seine Antwort war: Lieber Freund, du bezahlst nicht die Zeit, in der ich dieses Bild gemalt habe, sondern für die 40 Jahre die ich gelernt habe, so zu malen.
    🙂

    Viele vergessen dabei, dass sie für ihre Arbeit ja auch bezahlt werden wollen…

    Ich lerne gerade, meine Leistung auch wirklich zu verkaufen und mich dafür nicht zu schämen 🙂

    Lieben Gruß, Bettina

    • Hallo Bettina,
      danke, die Metapher ist sehr passend!
      Die eigene Arbeits leitungsgerecht vergüten zu lassen, liegt (leider) vielen nicht. Aber wenn der Artikel dazu beiträgt, dass sich das ändert, ist es gut.

      Gruss
      Martin

  6. Der Artikel ist super. Es kann ja nicht darum gehen, dass du alle Aspekte detailgenau abbildest. Ich habe das eher so verstanden, dass der eigene Selbstwert erkannt und kommuniziert wird.
    Auf bald 🙂
    Thomas

    • Hallo Thomas,
      genauso ist es!
      Gruss
      Martin

  7. Hallo Martin,
    meinst du nicht, dass 2.784,75 Euro ein bisschen hoch kalkuliert sind und das bisschen SEO geht doch nebenzu… 😉
    Spaß beiseite. Klasse Artikel mit gelungenen Vergleichen. Er erinnert mich direkt an den Artikel „Betrügt Dich Dein Webdesigner, wenn er Templates und Plugins verwendet?“ unter http://www.marketing-zauber.de/webdesign-templates-plugins-betrug/.
    Wichtig finde ich auch, zu unterscheiden zwischen den Kosten einer Website und deren Wert (für den Betreiber). Das sind ja auch zwei Paar Schuhe.

    Über einen Artikel über einen geeigneten Stundenlohn, bzw. das Honorar würde ich mich sehr freuen. Bis jetzt setze ich eigentlich nur eigene Websites um und habe noch keinen Auftrag dafür angenommen/gesucht. Dementsprechend habe ich mir auch noch keine Gedanken über einen Stundenlohn gemacht, welchen ich dafür verlangen könnte.

    Auch ein Artikel über den Aufwand der gesammten Websiteerstellung samt möglichen Kosten würde mich freuen. Da hast du mehr Einblick als ich – auch in größere Seiten. Bei meinen Projekten fallen eigentlich nur die Kosten für die Contenterstellung an. Das meiste andere mache ich selbst. (Manches auch „so nebenzu“ 😉 )

    Schönen Gruß

    • Danke für Deinen Beitrag und den Link.
      Jo, die beiden Artikel sind auf der to-do-Liste 😉

  8. Hi Martin, super Artikel – kann ich viel draus mitnehmen, v.a. in die nächste Diskussion mit den Kunden à la: „Können wir da am Preis nicht noch etwas machen?“ Klar, sagen Sie mir einfach, welche Leistung ich dafür streichen soll!“ 😉 Schöne Grüße, Franziska

    • Hallo Franziska,
      freut mich, dass dir der Artikel weiterhelfen konnte.
      Gruss
      Martin

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