Die psychologische Wirkung von Farben & Farbkombinationen

Am Anfang war das Licht. Und damit auch die Farbe.

Ohne Licht würden wir keine Farben wahrnehmen und ohne Farben wäre die Welt doch… farblos.

Unterschiede in der Helligkeit und dem Farbton lassen uns die Welt erst visuell erfahrbar machen und Gegenstände differenzieren.

Wir orientieren uns anhand von Farben. Schon unsere Vorfahren in der freien Natur, wir heute in der modernen Großstadt (Ampeln, Schilder usw.).

Auch für Unternehmen, egal ob klein oder groß, ist Farbe ein wichtiges Mittel der Wiedererkennung.

Farben im Alltag

Und auch kein Screendesign kommt ohne den Farbeinsatz und einen ausreichenden Farbkontrast aus.

In diesem Beitrag gehe ich auf die Wirkung von Farben und Farbkontrasten ein. Deren Kenntnisse sind die Grundlage für einen gezielten Farbeinsatz im Screendesign.

Effektives Webdesign setzt Farben gezielt ein

Um Farben passend auszuwählen, sollte die Bedeutung und die Wirkung der einzelnen Farben bekannt sein.

Farben haben eine intensive unbewusste Bedeutung, die jeden von uns beeinflusst. Die Wirkung kann individuell sehr unterschiedlich sein. Es gibt jedoch allgemeine Assoziationen, die für jeden zutreffen. Diese können wiederum von Kultur zu Kultur differenzieren.

Viele Empfindungen werden uns von klein auf durch unsere Kultur und die Erziehung eingeprägt. Unsere Wahrnehmung ist dazu geprägt durch Moden und Trends.

Farben lösen aber nicht nur Assoziationen aus, sondern vor allem auch Empfindungen und Gefühle. Diese werden im Marketing schon lange gezielt eingesetzt. In der Produktgestaltung, im Verpackungsdesign, aber auch in der Raumgestaltung.

Farbempfindungen erzeugen Gefühle. Diese sollte der Webdesigner gezielt einsetzen.

Ein Webdesign, dass als erfolgreiches Marketing-Instrument agieren will, muss Farben gezielt einsetzen. Der Webdesigner muss die kulturellen und instinktiven Wirkungen und Bedeutungen der Farben kennen, um diese effektiv einsetzen zu können.

Neben der subjektiven Wahrnehmung, gibt es eben allgemeine Farbwirkungen, so dass sich Farben auch objektiv auswählen lassen und diese Auswahl sich theoretisch begründen lassen kann.

Farben im Webdesign - Best Cases

Vier Beispiele von deutschen Webseiten, deren Farbauswahl sich gut nachvollziehen und begründen lässt.

Der Farbkreis

Da die Anzahl der möglichen darstellbaren Farben (im RGB-Farbmodell rein theoretich über 16,7 Millionen) sehr groß ist und sich viele Farbtöne sehr ähneln, geht man meistens als kleinste Basis vom sechsteiligen Farbkreis aus:

Der Farbkreis mit den sechs Basisfarben

Der Farbkreis mit den sechs Basisfarben

In der künstlerischen Farbenlehre sind Rot, Gelb und Blau die sogenannten Grundfarben (oder auch Primärfarben genannt) und Orange, Grün und Violett die Sekundärfarben, die sich aus der Mischung der Grundfarben ergeben.

Die Farben lassen sich entsprechend ihrer Wirkung in warme und kalte Farben einteilen:

Warme und kalte Farben im Farbkreis

Warme und kalte Farben im Farbkreis

Ergänzt wird der Farbkreis durch die sogenannten neutralen Farben wie Schwarz, Grau, Weiß und Braun. Sie tendieren in keine Warm-Kalt-Richtung. Da sie aber ebenso häufig in Designs eingesetzt werden, sollte auch ihre Wirkung bekannt sein:

Der Farbkreis und die neutralen Farben

Der Farbkreis und die neutralen Farben

Die Wirkung der einzelnen Farben

Im folgenden ein prägnanter Überblick über die wichtigsten Farben und ihre häufigsten Assoziationen. Dies kann bei der eigenen Auswahl helfen, als auch bei der Besprechung / Diskussion der Farbwahl mit dem Kunden.

Rot

Rot hat Signalwirkung. Achtung, Feuer, Gefahr signalisiert sie.

Rot erzeugt Aufmerksamkeit. Was in Rot gestaltet ist, ist ein Hingucker. Rote Elemente wollen auffallen.

Positive Assoziationen:
Stark, mutig, leidenschaftlich, dynamisch, aktiv, verführerisch, warm, vital

Negative Assoziationen:
Gefährlich, aggressiv, dominant, arrogant, brutal, zornig, laut, aufregend

Beispiele für den Einsatz der Farbe Rot im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Rot im Screendesign

Hier findest rote Screendesigns von deutschen Webseiten.
Und eine Sammlung von Galerien mit über 300 roten Screendesigns.


Orange

Orange steht für Energie, Freude und Wärme. Sie wirkt freundlich und mit ihr beworbene Produkte meistens eher günstiger (billiger).

Positive Assoziationen:
Freundlich, warm, einladend, vital, jung, fröhlich

Negative Assoziationen:
Billig, unseriös, aufdringlich, laut, unruhig

Beispiele für den Einsatz der Farbe Orange im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Orange im Screendesign

Beispiel für Orange im Screendesign deutscher Webseiten.
Und Galerien mit orangenen Webseiten.


Gelb

Gelb wirkt heiter und föhlich. Sie ist die hellste und leuchtendste der vorgestellten Farben.

Positive Assoziationen:
Freundlich, glücklich, optimistisch

Negative Assoziationen:
Aufdringlich, giftig, feige, neidisch

Beispiele für den Einsatz der Farbe Gelb im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Gelb im Screendesign

Deutsche Webseiten, die Gelb einsetzen.
Über 300 gelbe Screendesigns im Überblick.


Grün

Grün wirkt lebendig und natürlich. Natur-, Umwelt- und Gesundheitsthemen werden gerne mit grüner Farbgebung umgesetzt.

Positive Assoziationen:
natürlich, entspannend, ruhig, positiv, harmonisch, erholsam

Negative Assoziationen:
unreif, sauer, bitter, unerfahren

Beispiele für den Einsatz der Farbe Grün im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Grün im Screendesign

Beispiele für grüne Webdesigns.
Eine Sammlung von fast 500 grünen Screendesigns.


Blau

Blau ist die Lieblingsfarbe der Deutschen. Sie ist die typische Business-Farbe, da sie nüchtern, sachlich und vertrauensvoll wirkt. Allzu viel Emotionen kann sie aber nicht vermitteln.

Während bei den anderen Farben die Wirkung stark vom jeweiligen genauen Farbton abhängt, behält Blau behält auch in unterschiedliche Abstufungen seinen Charakter bei.

Positive Assoziationen:
Still, entspannend, vertrauensvoll, verlässlich, autoritär, stark

Negative Assoziationen:
Kalt, unpersönlich, depressiv, langweilig

Beispiele für den Einsatz der Farbe Blau im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Blau im Screendesign

Blau ist auch bei deutschen Unternehmen sehr beliebt im Screendesign.
Fast 600 Beispiele für blaue Screendesigns.


Violett

Violett wird sehr selten in Webdesigns eingesetzt. Vermutlich aufgrund der Mischung aus einem warmen Rot und einem kühlem Blau. Violett hat die Wirkung von beiden Farben übernommen und wirkt daher auch ambivalent. Es kombiniert die Stabilität des Blaus und die Energie des Rots. Violett umgibt eine kreative, phantasievolle, magische Aura.

Positive Assoziationen:
Außergewöhnlich, magisch, phantasievoll, modisch, originell, kreativ

Negative Assoziationen:
unnatürlich, unsicher, unsachlich, künstlich, zweideutig

Beispiele für den Einsatz der Farbe Violett im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Violett im Screendesign

Violett kommt zwar seltener vor, aber es gibt deutsche Unternehmen, die die Farbe einsetzen.
Und auch international ist Violett auf Webseiten gar nicht so selten vertreten.


Schwarz

Wenn kein Licht mehr da ist, ist es Schwarz. Schwarz kann düster und hemmend wirken. In Designs wirkt es aber sehr kontrastreich (Schwarz auf Weiß) und gibt den Elementen eine besondere Bedeutung.

Positive Assoziationen:
Seriös, elegant, klassisch, neutral, sachlich, modern, funktional

Negative Assoziationen:
Düster, traurig, einsam

Beispiele für den Einsatz der Farbe Schwarz im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Schwarz im Screendesign

Überblick über schwarze Screendesigns bei deutschen Webseiten.
Galerie von unzähligen schwarzen Webdesigns.


Weiß

Weiß ist Summe aller Farben. Wenn alle RGB-Farben in voller Stärke leuchten, entsteht Weiß. Es wirkt neutral, freundlich und wird sehr gerne als Hintergrundfarbe in Screendesigns eingesetzt.

Positive Assoziationen:
Schlicht, neutral, sauber, rein

Negative Assoziationen:
Kalt, steril, leer

Beispiele für den Einsatz der Farbe Weiß im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Weiß im Screendesign

Beispiele für deutsche Webdesigns, die viel mit Weiß arbeiten.
Umfangreiche Sammlung an weißen Screendesigns.


Grau

Die „graue Maus“ unter den Farben ist zurückhaltend, nüchtern, formal und emotionslos. Also auch so eine typische Business-Farbe. Oder als Ergänzung und Kontrast zu einer kräftigen Farbe.

Grau kann aber auch modern und edel sein, ähnlich wie Schwarz. Ein Hell- oder Dunkelgrau ist vor allem dann interessant, wenn ein Schwarz-Weiß-Kontrast zu stark wäre.

Positive Assoziationen:
sachlich, elegant, professionell, förmlich

Negative Assoziationen:
Langweilig, charakterlos, trist, deprimierend

Beispiele für den Einsatz der Farbe Grau im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Grau im Screendesign

Beispiele von grauen Webseiten.


Braun

Ähnlich wie Violett ist Braun eher selten im Einsatz. Meistens bei Natur-, Umwelt- oder Holzthemen. Oder eine traditionelle, heimelige Atmosphäre geschaffen werden soll. Braun hängt aber eine altomodische, dreckge Wirkung an.

Positive Assoziationen:
Warm, erdverbunden, natürlich, zuverlässig, traditionell, Geborgenheit, Gemütlichkeit

Negative Assoziationen:
Schwer, zurückgezogen, bequemlich, altmodisch, dreckig, traurig

Beispiele für den Einsatz der Farbe Braun im Screendesign

Beispiele für den Einsatz der Farbe Braun im Screendesign

Braun im Einsatz bei deutschen Webseiten.
Internationale Webseiten, die braune Screendesigns einsetzen.

Auswahl und Einsatz der Farben:
Auf den Kontext kommt es an!

Bei der Auswahl von Farben für ein Screendesign sind die Kenntnisse der einzelnen Farbwirkungen unerlässlich. Diese alleine reichen aber noch nicht für eine Entscheidung. Ein Rot kann genauso agressiv wie edel wirken. Der genaue Farbton macht den Unterschied.

Und auch das Zusammenspiel mit den anderen Farben und grafischen Elementen wie Bilder, Illustrationen und der Typografie entscheidet über die Wirkung der einzelnen Farben und die Gesamtwirkung.

Der Kontext am Beispiel der Farbe Grün:

Grün wird aufgrund der Assoziationen gerne bei Umwelt-, Natur- oder Wellnessthemen eingesetzt. Muss aber nicht immer so sein.

Grün kann beispielsweise auch als „Business“-Farbe effektiv sein. Die positiven Eigenschaften der oberen Themen werden dann gerne genutzt und auf die Unternehmen übertragen. Und als netter Zusatzeffekt greift man nicht auf den typischen Blauton zurück.

Grün im Einsatz als Business-Farbe

Grün im Einsatz als Business-Farbe

Die Beispiele zeigen anschaulich, wie mit dem richtigen Umfeld aus unterschiedlichen Grüntönen eine moderne sachliche Business-Farbe werden kann.

Farbkontrast: Jetzt kommt Spannung rein

Eine Farbe kommt selten allein.

Um überhaupt ein Objekt wahrnehmen zu können, braucht es mindestens zwei Farben (z.B. Textfarbe und Hintergrundfarbe).

Zwei Farben bilden einen Farbkontrast. Verschiedene Kontraste stelle ich im folgenden vor:

Farbe-an-sich-Kontrast

Der einfachste Farbkontrast, der aus dem Zusammenspiel mehrerer – meistens eher kräftiger – Farbtöne entsteht.

Durch den Einsatz von klar unterscheidbaren „bunten“ Farben entsteht eine lebendige, vielseitige Wirkung:

Der Farbe-an-sich-Kontrast im Screendesign

Der Farbe-an-sich-Kontrast im Screendesign

Dieser Kontrast ist interessant bei Themen, die für Kreativität, Vielseitigkeit oder Lebhaftigkeit stehen.

Hell-Dunkel-Kontrast

Weniger ein Farbkontrast, als eher ein Helligkeitskontrast.

Ohne einen ausreichenden Helligkeitsunterschied wären Elemente gar nicht unterscheidbar.

So sind Texte ohne großen Hell-Dunkel-Kontrast nicht lesbar.

Neben dem Farbe-an-sich-Kontrast reagieren wir auf den Hell-Dunkel-Kontrast am stärksten, da er Licht und Dunkelheit widerspiegelt.

Meistens fällt es auf, wenn dieser Kontrast nicht ausreichend vorhanden ist.

Hell-Dunkel-Kontrast im Screendesign

Der Hell-Dunkel-Kontrast:
Links am kontrastreichesten zwischen Schwarz und Weiß.
Im rechten Beispiel ist er sehr gering und der Text dadurch schwerer lesbar.


Kalt-Warm-Kontrast

Der Kalt-Warm-Kontrast gilt es als der ausdruckstärkste Farbkontrast.

Dies beruht auf unserem Temperaturempfinden und seinem Ursprung in ganz elementaren Erlebnissen:
kalt = Wasser/Eis = blau
heißt = Feuer = gelb-rot

Mit diesem Kontrast lassen sich daher markante, intensive Farbkombinationen und Designs erzeugen.

Da kalte Farben eher in den Hintergrund drängen und warme Farben eher nah wirken, lassen sich hiermit auch Elemente durch warme Farben in den Vordergrund rücken.

Der Kalt-Warm-Kontrast im Screendesign

Der Kalt-Warm-Kontrast im Einsatz


Komplementär-Kontrast

Komplementäre Farben liegen im Farbkreis gegenüber und bilden daher den stärksten Farbkontrast.

Gelb und Violett oder Rot und Grün sind solche Farbkombinationen (oder je nach Farbkreis Gelb und Blau bzw. Grün und Magenta).

Die Komplementärfarben

Die Komplementärfarben

Nebeneinander liegend, steigern sie sich durch ihre Gegensätzlichkeit zu höchster Leuchtkraft. Designs mit dem Komplementär-Kontrast wirken daher sehr lebendig und ausdrucksstark.

Screendesigns mit Komplementärkontrast

Screendesigns mit Komplementärkontrast

Aber Vorsicht: Komplementärfarben NICHT übereinander platzieren! Also nicht als Textfarbe und Hintergrundfarbe mischen, das erzeugt ein unangenehmes Flimmern und vermindert die Lesbarkeit enorm.


Qualitätskontrast

Der Qualitätskontrast bezieht sich auf den Sättigungsgrad einer Farbe und wird daher auch gerne Sättigungskontrast genannt.

Die Intensität eine Farbe kann zwischen den beiden Polen rein und getrübt verlaufen.

In diesem Kontrast stehen reine, leuchtende Farben neben getrübten Farben. Durch die Beigabe von Schwarz oder Weiß kann eine reine Farbe getrübt, die Intensität der Leuchtkraft vermindert werden.

Stehen neben einem Farbton seine eigenen hellen oder dunklen Abstufungen, dann wirkt dieser Ton umso intensiver. Ein Qualitätskontrast eben.

Qualitätskontrast im Screendesign

Qualitätskontrast im Einsatz


Quantitätskontrast

Farben kommen meistens in unterschiedlichen „Mengen“ zum Einsatz. Hier spricht man vom Quantitätskontrast.

Gerade warme, markante Farben werden häufig etwas dezenter, sprich weniger eingesetzt, da sie stark in den Vordergrund drängen. Während ja kalte Farben dezenter wirken und so problemlos auf größeren Flächen eingesetzt werden (können).

Die Flächengröße sorgt – neben dem Farbton – für die Wirkungskraft einer Farbe. Proportionskontrast wäre auch ein passender Name hierfür.

Der Quantitätskontrast im Screendesign

Der Quantitätskontrast im Screendesign – die neutralen Farben nehmen viel Raum ein, die warmen Farben setzen kleine Akzente.


Bunt-Unbunt-Kontrast

Dieser Farbkontrast entsteht zwischen bunten und neutralen Farben (wie Schwarz, Grau oder Weiß).

Der Bunt-Unbunt-Kontrast wird in Screendesigns zusammen mit dem Quantitätskontrast gerne eingesetzt. Große unbunte Farbflächen nehmen sich zurück und bilden den Hintergrund. Kleinere bunte Farbtöne können gezielt Akzente setzen und Aufmerksamkeit schaffen.

Der Bunt-Unbunt-Kontrast im Screendesign

Beispiele für den Bunt-Unbunt-Kontrast im Screendesign

Farbharmonien: Mehrere Farben mischen

Bei der Auswahl von mehreren Farben, gibt es als Hilfsmittel die Farbharmonien.

Mit ihnen lassen sich recht schnell erste Farbkombinationen finden, die man direkt im Screendesign einsetzen oder darauf aufbauend die Farben verfeinern kann.

Um Farbharmonien zu entwickeln braucht es immer eine Basisfarbe, aus der sich die anderen Farben ergeben. Zuerst wird also diese Basisfarbe festgelegt oder sie ist vielleicht aufgrund des bisherigen Kundendesigns vorgegeben.

Monochromes Farbschema

Aufbauend auf einem Grundton wird dieses Farbschema durch verschiedene Helligkeits- und Sättigungsabstufungen dieses Farbtons ergänzt.

Es entspricht im Grunde dem Qualitätskontrast.

Es ist nur eine einzige Farbe, die zum Einsatz kommt. Aber selbst damit lassen sich spannende Screendesigns umsetzen.

Aufgrund des gleichen Farbtons wirkt dieses Farbschema harmonisch und zurückhaltend. Hier kann dann die Gefahr der Langeweile entstehen. Es ist eben sprichwörtlich „eintönig“.

Qualitätskontrast im Screendesign

Ein Monochromes Farbschema setzt auf einen Farbton (oder sehr ähnliche Farbtöne) und verschiedene Abstufungen davon.


Analoges Farbschema

Die Farben des analogen Farbschemas liegen im Farbkreis nebeneinander.

Es ist dem monochromen Schema recht ähnlich, hat aber doch mehr Abwechslung, mehr Nuancen. Zusätzlich können Sättigungs- und Helligkeitsabstufungen mehr Varianten erlauben.

Screendesign Analoges Farbschema

Screendesign analoges Farbschema

Verwendung von Farbkombinationen

Oftmals werden zu bestimmten Eigenschaften und Funktionen passende Farben / Farbkombinationen gesucht.

Daher folgend eine Auswahl von Stichwörtern und Farben, die zusammenpassen.

Aktivität / Dynamik: Rot, Orange, Gelb (zusammen mit Blau als Kontrast kann die Wirkung der genannten Farben noch gesteigert werden)
Ehrlichkeit: Weiß, Blau, Grün
Entspannung: Blau, Weiß, Grün
Funktionalität / Sachlichkeit: Weiß, Grau, Schwarz, Blau
Hoffnung: Grün, Blau, Weiß
Klugheit / Weisheit: Weiß, Blau, Silber
Leistung: Blau, Gold, Rot
Luxus: Gold, Violett, Schwarz, Grau, Silber
Männlichkeit: Blau, Schwarz, Braun
Modernität: Weiß, Schwarz, Rot
Neuigkeit: Weiß, Rot, Gelb
Originalität: Silber, Orange, Gelb
Schnelligkeit: Silber, Rot, Gelb
Sicherheit: Grün, Blau, Weiß
Sympathie: Blau, Grün, Weiß
Vertrauen: Blau, Grün, Weiß
Weiblichkeit: Violett, Weiß
Zuverlässigkeit: Blau, Grün, Braun

Aber auch hier daran denken, dass es immer auf den Einzelfall ankommt und manchmal (aber nur machnmal) gerade eine alternative Auswahl interessanter sein kann.

Fazit

Die unterschiedlichen Farbschemata können bei der Auswahl von Farben große Dienste leisten.

Sie sind als Hilfe, als Unterstützung gedacht und kein starres Regelwerk, an das man sich stur halten sollte.

Die vorgestellten Farbschemata dienen als Anhaltspunkte, als erstes Hilfsmittel, um spannende, für das aktuelle Projekt passende, Farbkombinationen zu finden. Gerade für den Einstieg sind die Farbschemata sehr hilfreich. Auf jeden Fall besser, als einfach blind in den Farbkasten zu greifen und zu schauen, welche Farbe zufällig ausgewählt wurde…

Selten passen die Farben, die sich aus den Schemata ergeben, gleich exakt für das Projekt, bzw. das jeweilige Design, an dem man gerade sitzt. Daher heißt es, viel auszuprobieren. Die Farben leicht zu verändern. Mal heller, mal dunkler, mal kräftiger, mal trüber. Und manchmal auch alle Farben wieder zu verwerfen und von vorne anzufangen!

Infografik

Zusammenfassend habe ich eine Infografik erstellt, welche die wichtigsten Fakten dieses Artikels über Farben und Farbwirkungen kurz, prägnant und übersichtlich aufzeigt.
Als Referenz und Nachschlagewerk für die tägliche Arbeit bei der Auswahl von passenden Farben und Farbkombinationen.

Ein Klick auf die Grafik führt zur vergrößerten Darstellung:

Infografik Farbkreis & Farbwirkung

Infografik Farbkreis & Farbwirkung

Du möchtest diese Infografik auch veröffentlichen?

Dann kopiere einfach folgenden Code in deinen Blogartikel oder in deine Webseite:

Präsentation

Die Kurzfassung dieses Artikels gibt es auch als Präsentation auf slideshare – Die psychologische Wirkung von Farben & Farbkombinationen:

Wichtige Fakten über die psychologische Wirkung von Farben & Farbkombinationen
4.6659 Stimme[n]

Weiterempfehlen ausdrücklich erlaubt:

Newsletter

Die Webdesign Checkliste

Hol Dir die Webdesign-Checkliste mit
90 Checkpunkten für Dein nächstes Projekt:

Keine Sorge, Spam gibt es hier nicht und Adressen gebe ich natürlich auch nicht weiter!

Über den Autor

Martin Hahn ist Webdesigner, Dozent, Fachbuchautor und dreifacher Papa. Seit vielen Jahren hilft er anderen effektivere Webdesigns zu erstellen – in Schulungen und mit Artikeln in diesem Blog.
Tägliche Webdesign-Links von Martin gibt es auch auf twitter.

10 Kommentare

  1. Hallo Martin, dieser Artikel ist wirklich super, vor allem wie du dieses komplexe Thema auf den Punkt bringst. Es hat mir total gut getan, dass alles zu lesen und das Thema so noch mal aufzufrischen. Mir stellt sich jetzt nur die Frage, was es mit deinem Pink auf sich hat 😉

    Gruß Rebecca

    • Hallo Rebecca,
      freut mich, dass dir der Artikel gefällt!
      Und ja, „mein“ Pink sorgt manchmal für Aufsehen. Sicherlich gewollt 😉
      Es hat eine hohe Wiedererkennung in dieser Kombination. Dazu ist es sehr selten auf Webseiten und Blogs im Einsatz.
      Es wirkt selbstbewusst, leicht dominant und markant, also durchaus ideal für das Journal – „think pink“.
      Gruss
      Martin

  2. Hallo Martin, zufällig am richtigen Ort – Danke für die wertvolle Info
    Grüsse Nathan

    • Hallo Nathan,
      bitte, gerne :)

Trackbacks/Pingbacks

  1. Fakten über die psychologische Wirkung von...
  2. Auf Seite 2 bei Google gefangen? Das kannst du unternehmen, um auf Seite 1 zu kommen! | Farbentour.de
  3. Die 12 hilfreichsten Webdesign-Tools | hahnsinn – Büro für Design & Webentwicklung in Leipzig und Frankfurt a.M.
  4. Farbgestaltung im UI-DesignFrau Barth bloggt | Frau Barth bloggt
  5. Fallstudie Webdesign – So einfach habe ich zwei Webdesigns optimiert - Webdesign Journal
  6. Farben auf Buttons als Conversion-Element › E-Commerce & Magento Agentur Hannover | digital.manufaktur

Kommentar verfassen